Siechtum made in USA
Wie GM beim Traditionskonzern Opel versagte

Auch wenn General Motors über die Verluste mit Opel klagt: das Drama um den deutschen Patienten hausgemacht. Die US-Konzernmutter hat sechs Kardinalsfehler zu verantworten.
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Frankfurt/Hamburg/New YorkAls Alfred P. Sloan, Boss des US-Autogiganten General Motors (GM), die Opel-Werke in Rüsselsheim inspizierte, war er begeistert: „70 Prozent des Maschinenparks sind in den vergangenen vier Jahren neu angeschafft worden“, notierte er. Sloan und seine mitgereisten Führungskräfte waren sich schnell einig. Bei Opel handelt es sich um ein gut geführtes, innovatives und vor allem profitables Unternehmen.

Die Chance, diesen Konzern zu kaufen, der jedes vierte in Deutschland verkaufte Auto herstellte und auch die Exportliste anführte, wollten sie sich nicht entgehen lassen. An Ort und Stelle handelten die Amerikaner aus Detroit eine Kaufoption aus. Das war im Oktober 1928 - ein halbes Jahr später wechselte die Mehrheit an der Adam Opel KG, seinerzeit der größte Autobauer außerhalb der USA, für die damals gigantische Summe von 33,3 Millionen Dollar den Besitzer. Eigentümer ist seither General Motors.

Wenn heute, gut 80 Jahre später, Manager aus Detroit über die Flure der Rüsselsheimer Zentrale huschen, ist von Begeisterung nichts zu spüren. Wohl aber von Hilflosigkeit - und Ohnmacht. Denn seit mehr als zwanzig Jahren erlebt das einstmals stolze Unternehmen einen beispiellosen Abstieg.

In Deutschland sinkt der Marktanteil seit den 90er-Jahren - von 17 auf jetzt nur noch gut sieben Prozent. Alle bisherigen Zukunftspläne sind gescheitert, dabei hat Opel längst Werke geschlossen, beispielsweise in der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Europaweit halbierte der Hersteller seit 2001 seine Belegschaft auf rund 40.000 Mitarbeiter. Doch reicht das?

Optimistische Prognosen und Wünsche kennt man bei Opel. Doch die Rüsselsheimer den inzwischen konzernweit wieder Milliardengewinne schreibenden US-Autogiganten GM mit einem Milliardenverlust. Nun soll erneut eine umfassende Restrukturierung die Wende bringen.

Noch ist das Drama nicht zu Ende. Ein Happy End ist bei dem automobilen Trauerspiel derzeit nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Zukunft des von Adam Opel zunächst als Nähmaschinenfabrik gegründeten Unternehmens, das später Fahrräder und erst ab 1899 Autos baute, steht mehr denn je auf dem Spiel.

Denn Opel leidet nicht nur unter Managementfehlern aus den vergangenen Jahren. Der Konzern ist seit Jahren krank. Eigentlich seit Jahrzehnten. Noch 1995 verkaufte Opel in Europa mehr Autos als die Marke VW. Dann aber trieb eine verheerende Mischung aus Managementfehlern, Unverständnis der Konzernmutter und veränderten Marktbedingungen die Rüsselsheimer in eine nicht enden wollende Abwärtsspirale.

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  • Opel müßte wieder einen Manta, oder Kadett C Coupe, bauen. Es fehlt an Produkten, die an das Opel Image aus guten Zeiten anknüpfen. Gerade der C-Kadett, bis heute erfolgreich im Renneinsatz bei Slalom oder Bergrennen, das ist für mich Opel. GM hat keine konsequente Markenstrategie und kannibalisiert Opel mit koreanischen Chevorlets. Warum soll man so vertrauen in die Marke Opel haben?

  • Das Opel schlechte Autos baut, tonnenschwere Säufer mit schlechter Raumökonomie, kann nicht nur den Amis angelastet werden.

    Das gab es reihenweise Entwicklungsleiter, die konsequent daneben lagen, angefangen beim - näheren Hinschauen - gar nicht so legendären Indra. Zuletzt ein deutsche Frau. Mit der habe ich mich mal 30 Minuten unterhalten, das war so gar nicht überzeugend im Quervergleich der Industrie.

  • Wenn ich mich recht entsinne, ohne den Artikel gelesen zu haben und somit möglicherweise den wiederholend, waren es folgende Punkte, die Opel dort hin brachten, wo sie sind:

    - 90er Jahre Qualitätsdesaster
    - Markt-Begrenzung durch GM
    - Ausnutzen der Technologie-Sparte durch GM
    - Subventionsverlust bei GM, dadurch Sparmassnahmen, die in den USA weniger Schaden anrichten
    - Marketing Begrenzung durch GM

    Heute baut Opel sehr gute Autos, die sich nicht verkaufen, weil sie sich Preislich nicht ganz mit der Konkurrenz messen können. Durch den Image Verlust (hier haben die ständigen schlechten, vor allem aber schlecht wiedergegebenen Nachrichten auch nachgeholfen, das Kaufinteresse zu senken) aber auch garnicht mehr auf einen grünen Zweig kommen können.

    Sehr schade.

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