Sieg vor Gericht
Hermes-Erben dürfen Holding gründen

Im Kampf gegen LVMH haben die Erben des Luxusgüterunternehmens Hermes einen ersten Erfolg gefeiert. Nach einem Gerichtsbeschluss dürfen sie eine Familien-Holding gründen, um eine feindliche Übernahme zu verhindern.
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ParisDie Erben des Pariser Luxusgüterunternehmens Hermes feiern im Kampf gegen den LVMH-Konzern von Multimilliardär Bernard Arnault einen Erfolg. Sie können zum Schutz vor einer feindlichen Übernahme durch den LVMH-Konzern eine Familienholding gründen. Ein französisches Berufungsgericht wies am Donnerstag eine Klage von Aktionärsschützern ab. Diese hatten kritisiert, dass die Erben für die Gründung der Holding eine Ausnahmegenehmigung von der Finanzaufsichtsbehörde AMF erhalten hatten. Sie befreit die Familie von der Pflicht, anderen Hermes-Aktionären im Zuge der Neuorganisation ein Übernahmeangebot für deren Anteile zu machen.

Hintergrund der Holding-Pläne ist der lange Zeit heimliche Ankauf von Hermes-Aktien durch den Luxusriesen LVMH. Auch wenn dessen Chef Arnault immer wieder betont, ein „freundschaftlicher gesinnter Aktionär“ zu sein, fürchten die Erben des Traditionshauses eine feindliche Übernahme. LVMH besaß Ende des Halbjahres bereits mehr als 21 Prozent des Hermes-Kapitals.

Über die Familienholding soll nun verhindert werden, dass mögliche Meinungsverschiedenheiten oder Streitigkeiten unter den zahlreichen Erben zu einem weiteren Machtzuwachs von LVMH führen. Die neue Gesellschaft wird nach Unternehmensangaben vom Donnerstag in den kommenden Wochen geschaffen und soll mehr als 50 Prozent der Unternehmenskapitals bündeln.

Konfliktpotenzial gibt es allerdings weiterhin. Mit Nicolas Puech ist einer der wichtigsten Erben nicht mit dabei. Er kündigte jüngst in einem Interview an, sich eine Zusammenarbeit mit LVMH durchaus vorstellen zu können. Hermes-Chef Patrick Thomas lehnte eine Kooperation bislang jedoch strikt ab und forderte Arnault auf, sich wieder zurückzuziehen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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