Siemens-Affäre
Konzernspitze gerät zunehmend unter Druck

In der Affäre um schwarze Kassen bei Siemens gerät die Konzernspitze zunehmend unter Druck. Medienberichten zufolge soll der Vorstand bereits seit längerem über die mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen informiert gewesen sein.

HB MÜNCHEN. Die CSU forderte das Unternehmen zu einer raschen und vollständigen Aufklärung der Vorwürfe auf. Laut Nachrichtenmagazin „Focus“ soll Siemens- Vorstandschef Klaus Kleinfeld wegen der Affäre von der Staatsanwaltschaft vernommen werden. Ein Siemens-Sprecher wies den Bericht allerdings zurück. Es liege keinerlei Zeugenvorladung für Kleinfeld vor. „Das ist absolute Spekulation“, sagte der Sprecher. Siemens werde weiterhin die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft mit voller Kraft unterstützen.

Bei einer Großrazzia in dem Konzern waren vor einigen Tagen auch die Büros von Kleinfeld und weiterer Vorstände durchsucht worden. Siemens hatte stets betont, dass der Vorstandschef von der Staatsanwaltschaft nur als Zeuge gesehen werde. Wegen der Finanz- Affäre sitzen mittlerweile sechs Beschuldigte in Untersuchungshaft. In den vergangenen Tagen waren schrittweise immer neue Details ans Licht gekommen. Laut Staatsanwaltschaft sollen bei dem Konzern vermutlich mehr als 200 Millionen Euro veruntreut worden sein. Die Behörde hatte von einer „Bande“ gesprochen, zu der auch ehemalige Bereichsvorstände gehörten. Sie soll das Geld für die Finanzierung schwarzer Kassen im Ausland eingesetzt haben. Kleinfeld und der Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer hatten am Vortag in einem Brief an die Mitarbeiter einen „großen Schaden“ für das Unternehmen durch die Finanz-Affäre eingeräumt.

In dem „Focus“-Bericht hieß es, Kleinfeld solle in den kommenden Wochen vernommen werden. Der Siemens-Chef solle dabei auch Auskunft darüber geben, ob er von mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen im Auftrag von Siemens gewusst habe. Bei der Staatsanwaltschaft München I war dazu am Samstag keine Stellungnahme zu erhalten.

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