Siemens-Auftrag
Pannen überschatten den Schnellzug-Boom

Beim Start von Siemens-Zügen in Russland gab es Probleme mit der Stromversorgung, nun drohen dem Konzern Konventionalstrafen. Dennoch sind Hochgeschwindigkeitszüge ein zukunftträchtiges Produkt: Klimaschutz macht schnelle Züge weltweit auch in der Krise interessant. Von den großen Herstellern sind in Europa nur Siemens und Alstom im Rennen.
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DÜSSELDORF. Zur Premiere gibt es Pannen und einen verärgerten Bahnchef: Seit kurz vor Weihnachten fährt die russische Staatsbahn RZD Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens mit Tempo 250 zwischen Moskau und St. Petersburg, doch laut russischen Agenturberichten häufen sich Probleme bei der Stromversorgung und mit den automatischen Türen.

RZD-Chef Wladimir Jakunin drohte den Deutschen am Wochenende mit Konventionalstrafen. Das wird die Auslieferung des letzten von insgesamt acht im Werk Krefeld gebauten Zügen überschatten.

Das hatte sich die Konzernsparte "Mobility" sicher ganz anders vorgestellt. Für Siemens ist Russland nach Spanien und China bereits das dritte Exportland, das sich für das aus dem deutschen ICE 3 weiter entwickelte Produkt "Velaro" entschieden hat.

Als erster Konstrukteur von Hochgeschwindigkeitszügen weltweit haben die Deutschen einen Schnellzug für das 88 000 Kilometer lange Breitspurnetz Russlands auf die Schienen gestellt. Die Spurweite beträgt 1 520 Millimeter gegenüber den 1 435 Millimetern in Mitteleuropa. Zu den technischen Besonderheiten des Zuges, den die Russen "Sapsan" (Wanderfalke) nennen, gehört, dass er extremen Wintertemperaturen trotzen muss.

Starkes Wachstum in Asien und Westeuropa

Angesichts der Klimaschutzdiskussion boomt das Geschäft mit schnellen Zügen weltweit. "Egal, wie der Zug lackiert wird: Er ist grün", brachte es Siemens-Mobility-Chef Hans-Jörg Grundmann kürzlich bei einer Zug-Präsentation in St. Petersburg auf den Punkt.

Nach Branchenschätzungen bietet der weltweite Hochgeschwindigkeitsmarkt derzeit jährliche Umsätze von neun Milliarden Euro, wobei in Asien und Westeuropa in den kommenden Jahren ein überdurchschnittliches Marktwachstum von sieben Prozent erwartet wird. "Das macht den Markt so interessant für uns", sagt Mobility-Vorstand Ansgar Brockmeyer, auch wenn er gerade mal ein knappes Zehntel des weltweiten Bahntechnikmarktes ausmache. "Der Netzausbau schreitet rasant voran. In Europa sind bereits knapp 6 000 Kilometer für Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut."

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  • Selten habe ich soviel dummes Zeug in einem relativ kurzen Kommentar gelesen wie von "Jonas" produziert.
    ich selbst habe hervorragende Erfahrungen mit vielen iCE-Reisen gemacht.bitte sachlich und fair - auch bei berechtigter Kritik - bleiben.

  • "Der Netzausbau schreitet rasant voran. in Europa sind bereits knapp 6 000 Kilometer für Hochgeschwindigkeitsstrecken gebaut"

    Daß der Mann nicht vor Scham im boden versinkt, zeigt seine Schamlosigkeit.

    Hier baut man seit 1973 an der iCE Trasse (baubeginn Hannover/Würzburg), schafft also 167km im Jahr. Die Chinesen bauen locker über 1000km pro Jahr.

    Es ist so lächerlich, mit dem uns deutsche Dummschwätzer verulken wollen.

    Ja, in schnellen Zügen liegt Zukunft, aber der iCE ist von den 3 vorhandenen das peinlichste Modell.

    bezeichnend für die Fehlkonsution durch gehirnamputierte ingenieuere: bei meiner ersten Fahrt war ich allein im Grossraumabteil bis ein kleines Kind den Zug lang kam. Die Tür öffnete sich, das Kind ging durch den Wagen aber die hintere Tür blieb zu. Also zurück, doch von der Gegenrichtung ging die automatisch gesteuerte Schiebetür auch nicht auf. Das Kind war gefangen, und setzte sich erst mal heulend auf den boden. Klasse Leistung meine Herrn ingenieure, dumm wie brot, denn selbst wenn das Kind klug genug gewesen wäre, an den Handbedienungsknopf über der Tür kam es nicht ran, man musst es rauslassen, welch ein Glück, daß der Waggon nicht leer war.

    Und diede desolate Technik zieht sich seit dem durch die ganze Geschichte des iCE, der schon über 100 Tote gekostet hat.

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