Industrie
Siemens-Chef drückt nach Handy-Verkauf bei übrigen Segmenten aufs Tempo

Nach dem Verkauf der Handy-Sparte drückt Siemens-Chef Klaus Kleinfeld bei den übrigen Sparten aufs Tempo. "Wir müssen schneller werden", kündigte er in einem Gespräch mit dem "Spiegel" an.

dpa-afx MÜNCHEN. Nach dem Verkauf der Handy-Sparte drückt Siemens-Chef Klaus Kleinfeld bei den übrigen Sparten aufs Tempo. "Wir müssen schneller werden", kündigte er in einem Gespräch mit dem "Spiegel" an. "Schneller die Zukunft sehen, schneller Patente anmelden, schneller auf Kundenwünsche eingehen." Von den 13 Bereichen des Konzerns seien zwei - der IT-Dienstleister SBS und Communications - weit von den Vorgaben entfernt. "Dort ist wie bei allen anderen die Innovationskraft der Schlüssel", sagte er.

Bereits jetzt gebe Siemens allein fünf Mrd. Euro jährlich für Forschung und Entwicklung aus. 45 000 Mitarbeiter arbeiten in diesem Bereich. "Den "Krieg" gewinnen Sie mit Ideen, nicht mit Sparmaßnahmen", sagte Kleinfeld. Der Nachfolger von Heinrich von Pierer hatte es sich zum Ziel gesetzt, in den nächsten 18 bis 24 Monaten alle Unternehmensteile auf Kurs zu bringen. Sieben der 13 Bereiche erfüllen die Renditevorgaben bereits, vier seien auf einem guten Weg, sagte er.

Kritisch äußerte sich Kleinfeld über die Drohung der IG Metall, in der Handysparte wieder zur 35-Stunden-Woche zurückzukehren. Diese Diskussion sei nicht im Sinne des örtlichen Betriebsrats und der Belegschaft. Nach dem Verkauf des Siemens-Handygeschäfts an den taiwanischen Konzern Benq fürchtet die IG Metall um die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland. Im vergangenen Jahr hatten sich die Arbeitnehmer in den Siemens-Telefonwerken Kamp-Lintfort und Bocholt auf längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn eingelassen. Siemens gab im Gegenzug eine Jobgarantie bis Mitte 2006. Die IG Metall droht nun mit der Kündigung dieses Zusatztarifvertrags.

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