Siemens-Chef Kaeser unter Druck: „Das hat schon eine pikante Note“

Siemens-Chef Kaeser unter Druck
„Das hat schon eine pikante Note“

Für die Aktionäre von Siemens hatte Konzernchef Kaeser am Tag der Hauptversammlung keine guten Nachrichten: Der Quartalsgewinn ist eingebrochen. Nicht nur deswegen gingen die Anleger mit ihm scharf ins Gericht.
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München/DüsseldorfNoch nie hat Siemens so viel Geld für eine Übernahme ausgegeben wie für Dresser-Rand. Wenn der Deal in den nächsten Monaten über die Bühne geht, wird der Kauf des Ausrüsters für Öl- und Gasfirmen die Münchner mehr als sechs Milliarden Euro gekostet haben.

Konzernchef Joe Kaeser will mit dem Deal Siemens' Energiegeschäft vor allem in den USA stärken. Doch nur wenige Wochen nach Abschluss der Verhandlungen werden die Kritiker immer lauter. Auch auf der Hauptversammlung in München am heutigen Dienstag.

Ingo Speich, Fondsmanager bei Union Investment, einer der großen Aktionäre bei Siemens, lobt Kaeser zwar als „richtigen Mann zur richtigen Zeit“, kritisiert aber den Preis für Dresser-Rand von rund sechs Milliarden Euro als zu hoch. Kaeser hatte sich um Dresser-Rand ein Rennen mit seinem Vorgänger, Ex-Siemens-Chef Peter Löscher, der inzwischen Chef des Verwaltungsrat des Industriekonzern Sulzer ist, geliefert. „Ein Bietergefecht mit ihrem Vorgänger Herrn Löscher, das hat schon eine pikante Note“, sagte Speich laut Redemanuskript.

Auch Henning Gebhardt von Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS kritisierte Kaeser für den Deal. Die Siemens-Aktie sei auf einem guten Weg gewesen, sagte er. „Leider haben Sie mit der Akquisition von Dresser-Rand dann aber viel Kredit verspielt.“ Der Kaufpreis müsse als „strategisch“ bezeichnet werden. „Der Einstieg macht auf uns den Eindruck, als wäre er unter hohem Druck zustande gekommen.“ Wieder einmal sei der Eindruck entstanden, dass Siemens zu teuer zukaufe. „Auch wenn es für eine Beurteilung heute natürlich zu früh ist, so erscheint der Einstieg in Öl & Gas erst einmal misslungen.“

Kaeser muss sich bereits seit Wochen Kritik für den Kauf von Dresser-Rand anhören. Der Zeitpunkt der Übernahme könnte bei dem stark gefallenen Ölpreis nicht unglücklicher sein. Zu allem Überfluss musste Kaeser am Morgen der Hauptversammlung auch noch schlechte Quartalszahlen verkünden.

„Wir können mit dem Ergebnis im vergangenen Geschäftsjahr nicht zufrieden sein“, sagte Hans-Christoph Hirt vom britischen Fondsmanager Hermes in London bei der Hauptversammlung. Siemens sei erneut unter seinen Möglichkeiten geblieben.

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  • Jo Kaeser .... ehemals Josef Käserer. Änderte aus karrieregründen seinen Namen!
    Daran erkennt man, wessen Geistes Kind er ist. Käserer wird fallen!

  • Schon seine beiden Vorgänger zelebrierten ihren Start mit dem Rauswurf von etlichen Zigtausenden von Mitarbeitern.

    Alles nötige soll man zu Begin der Amtszeit machen, heiß es. Nicht immer ist dazu eine konjunkturelle Delle nötig.

  • Das nennt man auch "kreative Zerstörung".
    Reine turbokapitalistiche Regel, die die grün-sozialistische Merkel anwendet. Sollten sie Aktien von RWE/ENBW/EON haben und Verluste erlitten haben, gehört das auch zum System.

    Es gab schon mal Kutschenhersteller ...

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