Siemens-Chef von Pierer schweigt
Siemens: Noch keine Lösung für Combino-Züge

Bislang hat der Siemens-Konzern für die Qualitätsprobleme bei seinen Combino-Straßenbahnen noch keine Lösung für die endgültige Sanierung zur Hand. Bei den Zügen lösen sich die Aluminiumverbindungen, einige Bahnen zeigen sogar Risse.

HB MÜNCHEN. Siemens hat einen Pressebericht zurückgewiesen, wonach der Münchner Konzern für die Qualitätsprobleme bei seinen Combino-Straßenbahnen eine endgültige Sanierungslösung erarbeitet hat. Es habe vergangene Woche zwar ein Treffen mit Kunden gegeben, bei denen Lösungsansätze diskutiert worden seien, sagte ein Siemens-Sprecher am Dienstag in München. Dabei sei es aber um Ad-hoc-Maßnahmen für die Behebung der konkreten Mängel gegangen. „Die technische Lösung zur dauerhaften Sanierung steht noch nicht, daran wird noch gearbeitet“, ergänzte der Sprecher.

„Eine Gesamtkostenabschätzung ist aber erst dann möglich, wenn dieses Konzept vorliegt.“ Es mache deshalb nach wie vor keinen Sinn, über weitere Belastungen zu spekulieren. Die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) hatte zuvor unter der Überschrift „Lösung für Combino-Züge“ berichtet, Siemens habe den wichtigsten Anwendern ein Reparatur- und Sanierungskonzept vorgelegt. Gutachter müssten dieses allerdings noch genehmigen, was mehrere Wochen dauern könne.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer hatte sich am Montagabend am Rande eines Kongresses zu dem bereits vorab verbreiteten Artikel nicht äußern wollen.

Bei den Aluminium-Karosserien (Chassis) der rund 400 weltweit im Einsatz befindlichen Combino-Züge lösen sich Verbindungen, einige der Straßenbahnen zeigten zudem Risse in den Dächern und den Seitenwänden. Diese Probleme sind bekannt, offen ist aber noch, wie stark ihre endgültige Behebung den Münchner Technologiekonzern letztlich belasten wird. Die Siemens-Bahntechniksparte Transportation Systems (TS) hatte im zweiten Quartal (zum 31. März) des Geschäftsjahres 2003/04 weitgehend für die Mängel bei den Straßenbahnen 296 Millionen Euro zurückgestellt.

Auch im vorangegangenen Quartal war - in geringerem Umfang - Vorsorge getroffen worden. Die Probleme bei TS bremsten zuletzt das Gewinnwachstum im Konzern. Siemens hat weitere Belastungen wegen der Combino-Züge nicht ausgeschlossen.

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