Siemens erreicht Renditeziel
Nur ein Steinchen in Joe Kaesers Mosaik

„Wir haben geliefert“, verkündet Siemens-Chef Joe Kaeser. Der Industriekonzern erreicht im abgelaufenen Geschäftsjahr gerade so das Renditeziel. Investoren fordern nun weiteres Wachstum – doch ein Sorgenkind bleibt.
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BerlinMit einem Schlussspurt hat es Joe Kaeser geschafft: Siemens hat dank eines ordentlichem vierten Quartals die Ziele für das Geschäftsjahr 2014/15 erreicht. Die operative Umsatzrendite im Industriegeschäft betrug 10,1 Prozent. Das konjunkturelle Umfeld ist aber schwierig, im vierten Quartal sanken die Erlöse vergleichbar um vier Prozent. Für das laufende Jahr verspricht Kaeser Wachstum.

Für die Zwischenbilanz seines Konzernumbaus hat sich Joe Kaeser noch einmal einen historischen Ort ausgesucht. Zur Vorlage der Bilanz 2014/15 lädt er am Donnerstag fürs vorerst letzte Mal in die Mosaikhalle in der ehemaligen Siemens-Zentrale in Berlin. Hier hatte er schon vor anderthalb Jahren seine „Vision 2020“ vorgestellt. Seither ist der Konzern im Umbaumodus. In einem Jahr aber will Kaeser weiter sein: Die Bilanz des Jahres 2015/16 wird er schon in der neuen Siemens-Zentrale präsentieren, die gerade in München gebaut wird. Auch der Umbau des Konzerns soll bis dahin einen entscheidenden Schritt weiter sein.

Das jetzt abgelaufene Geschäftsjahr war für Siemens noch einmal ein Übergangsjahr. Das ist immerhin ordentlich gelaufen: Der Umsatz sank vergleichbar um ein Prozent auf 75,6 Milliarden Euro und war damit wie versprochen in etwa stabil. Nominal, also mit Währungseffekten und Zukäufen, bedeutete das ein Plus von sechs Prozent. Mit Spannung war vor allem erwartet worden, ob Kaeser bei der operativen Rendite das Ziel von 10 bis 11 Prozent erreicht. Im Schnitt rechneten die Analysten mit knapp unter 10 Prozent, da das Ziel nach neun Monaten noch verfehlt worden war.

Doch die Schmach, das nicht gerade überambitionierte Ziel zu verfehlen, blieb Kaeser erspart. Das vierte Quartal ist traditionell gut, zudem wurde hohe Kostendisziplin angemahnt. Das Ziel, den Nettogewinn um mindestens 15 Prozent zu steigern, war dank Veräußerungserlösen leicht zu erreichen. Der Gewinn nach Steuern legte denn auch von 5,5 auf 7,4 Milliarden Euro zu.

Kaesers wichtigste Botschaft an diesem Donnerstag lautet daher: Auf meine Prognosen ist Verlass. „Wir haben geliefert, was wir versprochen hatten“, drückte er es aus. Sein Vorgänger Peter Löscher hatte seinen Hut nehmen müssen, nachdem er gleich mehrmals die Prognosen nach unten korrigieren musste. Auch bei seinem Umbau sieht sich Kaeser im Zeitplan.

Nach Analysteneinschätzung sind die Zahlen angesichts des laufenden Konzernumbaus und der Restrukturierungen nicht schlecht. Allerdings ist die Bilanz noch nicht wirklich besser als zu Zeiten von Kaesers glücklosem Vorgänger Löscher. Einmal mehr sorgten böse Überraschungen aus längst abgehakt geglaubten Geschäften im vierten Quartal für einen Einbruch: Siemens musste auf das Gemeinschaftsunternehmen Primetals, das der Konzern mit Mitsubishi betreibt, 138 Millionen Euro abschreiben.

Im laufenden Geschäftsjahr 2016 – Kaeser nennt es das „Jahr der Optimierung“ – soll der Umbau nun aber erstmals sichtbar Wirkung zeigen.

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Joe Kaesers großes Sorgenkind

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  • Jetzt haben sich die Maschinen erst mal beruhigt.
    Momentan keine grossen Sprünge mehr im DAXFUTURE,diesem neuen Derivat
    jetzt wird das Geld gezählt,alles zwar vollautomatisch,wie ich glaube schon mal erwähnt hatte,in Hochfrequenz mehrere hundert Punkte in beide Richtungen (rot oder schwarz)
    aber das Geld haben DIE schon gern nicht nur virtuell in den Händen,deshalb muss mal eine Pause sein.
    Es geht ja nicht mehr um die Bewertung von Unternehem sondern nur noch wer hat den.....schnellsten Rechner,es kann ja nichts schief laufen am PC bei den Banken
    oder habt ihr schon mal gesehen das eine Investmentbank Pleite geht.....

  • Gute Nachrichten der Weltwirtschaftsindex ist gefallen.
    Bei 10840 scheint nach unten der Daxfuture gut gesichert zu sein. Daher auch
    die guten Möglichkeiten immer wieder auf schnelle Gewinne.
    Siemens als ein Schwergewicht im Dax, stützt. Das Geld vermehrt sich vollautomatisch

  • Nicht "MERKEL MUSS WEG"

    sondern

    DER DAXFUTURE MUSS WEG

    dadurch wird der Markt viel zu schnell und nur wer sich so einen
    ALGOHOCHFREQUENZRECHNER leisten kann darf im Spiel der Grossen mitspielen

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