Siemens gegen General Electric
Alle wollen Alstom

Im Tauziehen um Alstom steht Siemens vor einem Angebot für das französische Unternehmen. Die Chancen für den Zuschlag sind zuletzt gestiegen. Für Montagnachmittag wird die Präsentation des Angebots erwartet.
  • 1

Düsseldorf/MünchenZunächst war die französische Regierung entsetzt: Als im April bekannt wurde, dass der Industriekonzern Alstom mit dem US-Konzern General Electric über einen Verkauf verhandelt hatte, löste das Besorgnis in Paris aus. Die Amerikaner könnten Stellen abbauen, die Bedeutung des Standorts Frankreich schmälern – und das ausgerechnet bei einem Konzern, der mit dem Schnellzug TGV ein Vorzeigeprodukt in seinen Hallen fertigt.

Die europäische Lösung kam ins Gespräch und der von der Offerte überraschte Münchener Siemens-Konzern spielte mit. Auch die Deutschen wollen Alstom für sich gewinnen. Und am Tag, an dem Siemens ein offizielles Angebot vorlegen dürfte, lehnen sich die Politiker in Paris entspannt zurück. Denn der Bieterwettkampf dürfte zu besseren Bedingungen führen – mehr Arbeitsplatzgarantieren, ein höherer Verkaufspreis und wichtige Zusagen zur Energieunabhängigkeit des Landes.

„Die Allianz von Mitsubishi mit Siemens verbessert Siemens' Angebot“, sagte Frankreichs Finanzminister Michel Sapin am Sonntag den Sendern Europe 1 und iTele. „Ich glaube, dass GE die eigene Offerte ebenfalls nachbessert.“ Sapin betonte, keine Präferenz für einen der Bieter zu haben. Jedoch werde sich Frankreich für den Erhalt von Arbeitsplätzen einsetzen. „Wir werden nicht (für Alstom) entscheiden, aber wir werden unseren Einfluss nutzen“, machte Sapin deutlich.

Die Aufsichtsräte von Siemens hatten am Sonntagabend über die von Vorstandschef Joe Kaeser zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries und dessem Verbündeten Hitachi ausgearbeitete Alstom-Offerte beraten. Ergebnisse wurden zunächst nicht mitgeteilt. Kaeser werde der Alstom-Führungsspitze seine Pläne am Nachmittag präsentieren, hieß es von mehreren mit dem Vorgang vertrauten Personen. Im Anschluss daran werde die Offerte der Öffentlichkeit präsentiert. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Aufsichtsrat dem erst seit Mitte vergangenen Jahres amtierenden Kaeser die Gefolgschaft verweigert hat.

Der Verwaltungsrat von Mitsubishi wollte sich am Wochenende ebenfalls damit beschäftigen. Man prüfe „mehrere Möglichkeiten“ bezüglich einer Teilübernahme, erklärten die Japaner am Montag. Entschieden sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nichts. „Das Angebot wird finanziell attraktiver sein als das von GE, alles andere würde auch keinen Sinn machen“, hatte die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag von einem Siemens nahestehenden Insider erfahren.

Kommentare zu " Siemens gegen General Electric: Alle wollen Alstom"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zitat : Alle wollen Alstom

    - wer will denn einen bankrotten Laden ? Wer sind diese "ALLE" ?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%