Siemens
Intercity-Milliardenauftrag hängt in der Schwebe

Die Deutsche Bahn und Siemens werden sich nicht einig über die Erneuerung der Fernverkehrsflotte. Beiden Konzernen droht ein Desaster, sollte der Milliardenauftrag nicht zustande kommen - der scheint ungewisser denn je.
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BERLIN. Auf großen Industriemessen wie der am Sonntag zu Ende gegangenen Bahntechnik-Schau "Innotrans" in Berlin verkünden die Aussteller gerne den Abschluss spektakulärer neuer Aufträge. Doch die Vertragsunterzeichnung, auf die die Bahn-Branche seit Monaten wartet, ist immer noch nicht perfekt: Die Deutsche Bahn will bis zu 300 Züge bestellen, die Intercity-Flotte und ICEs ersetzen sollen. In der Ausschreibung der auf 20 Jahre angelegten Bestellung, deren Wert mit fünf bis sechs Milliarden Euro taxiert wird, hat Siemens seit Monaten den Status des "preferred bidder". Schon im Juni sollte unterschrieben werden. Doch der Vertragsschluss ist ungewisser denn je.

Hans-Jörg Grundmann, Chef der Sparte Siemens Mobility, machte kürzlich im Berliner "Tagesspiegel" deutlich, dass seine Erwartungshaltung von Geduld bestimmt ist. Verhandlungen wie bei diesem Auftrag könnten auch schon mal ein Jahr dauern. Was Grundmann nicht sagte: Sie könnten auch scheitern.

Das Projekt "ICx" unterscheidet sich wesentlich von bisherigen Großaufträgen bei Schienenfahrzeugen - in der Größenordnung wie in der Konzeption. Die Bahn muss möglichst bald rund 140, zum Teil Jahrzehnte alte Intercity-Züge ersetzen, ferner bis Mitte der 20-er Jahre die knapp 100 Einheiten der ICE 1- und die ICE 2-Flotte erneuern - und später auch die ICE 3-Züge sowie die Neigetechnik-Züge ICE-T.

Neue Flotte mit Plattform-Konzept

Nach den Vorstellungen des Staatskonzerns soll dies mit einem "Plattform-Konzept" verwirklicht werden. Die Generation ICx soll, wie Bahnchef Rüdiger Grube immer wieder betont, sich vom Standard für den Kunden am ICE 3 orientieren. Das bedeutet, die Bahn will ausschließlich Triebzüge bestellen, die sich dann in puncto Motorisierung, Höchstgeschwindigkeit und Komfortausstattung für die einzelnen Einsatzgebiete unterscheiden. Sie sollen aber modular aufgebaut werden, also technisch auf denselben Standards fußen.

Davon verspricht sich die Bahn, wie der Projektleiter Ulrich Höbel schon vor zwei Jahren formulierte, "dass die Züge sowohl pro Einheit als auch in der Berechnung der Preise pro Sitzplatz erheblich günstiger sind als die ICE von heute".

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  • "Der Fernverkehr steht im Wettbewerb zu Auto, Flugzeug und bald auch Fernbussen"

    Na dann mal los. Deutsche Autos und busse funktionieren von -40°C bis +70°C - und das garantiert :-)

    Von Flugzeugen wird noch ein weit grösserer Temperaturbereich erwartet, auch wenn ein Vergleich hier unfair wäre, weil diese zudem ja auch noch deutlich schneller sind.

  • Die Generation iCx soll, wie bahnchef Rüdiger Grube immer wieder betont, sich vom Standard für den Kunden am iCE 3 orientieren.

    Der "Standard Sicherheit" für den Kunden ist aufzuwerten. Wie jeder Kunde gerne bestätigt, oder etwa nicht?

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