Siemens
Joe im Glück?

Das sieht prachtvoll aus: Siemens-Chef „Joe“ Kaeser meldet einen Gewinnzuwachs im dritten Quartal. Doch lesen Sie, warum der schöne Schein auch trügen könnte.
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MünchenAm 1. August ist inzwischen ein Jahr her, dass Joe Kaeser den zuletzt glücklosen Peter Löscher als Siemens-Vorstandschef ablöste. Zumindest mit den Gewinnwarnungen ist seitdem Schluss. Bei der Vorlage der Jahreszahlen vermeldete der Konzern am Donnerstag sogar einen um 27 Prozent gestiegenen Gewinn nach Steuern 1,4 Milliarden Euro im dritten Quartal.

Der Ergebnisanstieg ist allerdings zu großen Teilen darauf zurückzuführen, dass die Münchner im Vorjahreszeitraum für ihr Sparprogramm noch mehr als 400 Millionen Euro ausgaben. Im eben abgelaufenen dritten Quartal per Ende Juni verbuchte der Konzern außerdem vergleichsweise geringe Lasten für missratene Projekte.

Es gab jedoch auch einen Dämpfer, der Umsatz ging um drei Prozent zurück, die Auftragseingänge sanken um vier Prozent.

Vor allem der Energiesektor bereitet den Münchnern Sorge: Die Effekte aus verspäteten Anschlüssen von Windparks in der Nordsee sowie ein verpatztes Hochspannungsprojekt in Großbritannien summierten sich auf 155 Millionen Euro. „Während wir in den meisten Bereichen gute Fortschritte erzielt haben, steht der Sektor Energy vor anhaltenden Herausforderungen in den nächsten Quartalen“, sagte Siemens-Chef Kaeser. Auch die Gewinne der Medizin- und der Energietechnik gingen leicht zurück, die Segmente Infrastruktur und Städte (I&C) sowie Industrie legten dagegen kräftig zu. Der I&C-Bereich profitierte vorwiegend von erfolgreichen Zuglieferungen, der Industriesektor bekommt die anziehende Konjunktur zu spüren. Vor allem die kurzzyklischen Geschäfte hätten zugelegt, hieß es.

Siemens-Chef Joe Kaeser warnte zudem vor den konjunkturellen Folgen der Krisen in der Ukraine und im mittleren Osten. Die aktuellen geopolitischen Spannungen seien „ein ernstes Risiko für das Wachstum in Europa“ in der zweiten Jahreshälfte, sagte Kaeser am Donnerstag in München.

In Russland erwirtschaftete Siemens zuletzt einen Jahresumsatz von rund zwei Milliarden Euro. Man sei besorgt wegen der jüngsten Entwicklungen dort, es gebe aber mehr „persönliche Bestürzung als geschäftliche Sorgen“. Es bleibe zudem dabei, dass man Sanktionen gegen Russland strikt umsetzen werde.

Vorstandschef Joe Kaeser bekräftigte die Geschäftsjahresprognose, wonach sein Haus auf vergleichbarer Basis einen stagnierenden Umsatz verbuchen werde. Das Ergebnis je Aktie werde dagegen um mindestens 15 Prozent zulegen.

Es ist das vorletzte Mal, dass Siemens seine Zahlen in der bestehenden Struktur vorlegt. Ab dem neuen Geschäftsjahr 2014/15 im Oktober stellt der Konzern die Berichterstattung gemäß den Umbauplänen von Kaeser um. Er will sein Haus profitabler machen und schafft die aktuell vier Sektoren sowie regionale Ebenen ab. Davon sind mehr als 11.000 Beschäftigte betroffen. Am Donnerstag blieb zunächst weiter offen, wie viele Stellen davon letztendlich gestrichen werden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Siemens: Joe im Glück?"

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  • Genau, warum muss ein Durchschnittsmanager immer als Supermann herhalten? Jetzt soll laut der Jubelpresse Joe eine neue Ära begründen und ist immer die wichtigste Figur in diesem Theater. Als würden nicht viele Siemensianer täglich im kleineren Rahmen die wichtige Arbeit machen und um neue Aufträge und Projekte kämpfen. Es ist gute Teamarbeit gefragt.

    Schreibt Joe nur in den Himmel, dann fällt er umso schneller wieder runter, wie Schrempp, Zetsche, Winterkorn, Wiedeking oder die blonde Mayer. Die kochen alle nur mit Wasser oder backen wie der Wiedeking mittlerweile kleine Pizzen.

  • Wieder ein Durchschnittsmanager der von der Presse gehypt wird (analog die Schrempps und Winterkorns dieser Welt) aber inhaltlich nicht überzeugen kann.

    Läuft die Wirtschaft gut, wird Geld verdient, läuft sie schlecht gibts schlechte ERgebnisse.
    Die Leistung eines CEO wird hier überschätzt.

    Gibts schlechtere Ergebnisse gibts Sparprogramme, die von Unternehmensberatern geschrieben werden und von der Gewerkschaft verteufelt werden. Umgesetzt werden (müssen) sie trotzdem.

    Ich warte immer noch auf Manager die sich über echte Produktneuigkeiten und Weiterentwicklungen auch langfristig an der Spitze einer technischen Entwicklung sieht und auch dadurch erfolgreich ist.

    Leider oft nur in den USA zu finden.
    Gut für deutsche Arbeitsplätze diese drögen Veranstaltungen... für Investoren ein Graus!

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