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Kaeser erwartet Milliardenaufträge in Argentinien

In Argentinien scheint die Sonne, es weht eine kräftige Brise: Das sind beste Voraussetzungen für erneuerbare Energiequellen. Daher will sich Siemens in dem Land engagieren – und hofft auf milliardenschwere Aufträge.
Update: 15.09.2016 - 09:05 Uhr
Schutzhelme von Siemens: Mit den geplanten Investitionen in Argentinien will der Elektro-Konzern nach eigener Aussage Tausende Arbeitsplätze schaffen. Quelle: dpa
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Schutzhelme von Siemens: Mit den geplanten Investitionen in Argentinien will der Elektro-Konzern nach eigener Aussage Tausende Arbeitsplätze schaffen.

(Foto: dpa)

Buenos AiresSiemens will sich verstärkt in Argentinien engagieren. Der Elektro-Konzern erwarte in den kommenden Jahren in dem südamerikanischen Land Aufträge im Wert von fünf Milliarden Euro, sagte Siemens-Chef Joe Kaeser am Mittwoch nach einem Treffen mit dem argentinischen Präsidenten Mauricio Macri, an dem auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) teilnahm.

Es sollen in Infrastruktur, Energie und Mobilität 3000 direkte und bis zu 7000 indirekte Jobs geschaffen werden, hieß es in einer Absichtserklärung, die am Mittwoch von Kaeser und dem argentinischen Produktionsminister Francisco Cabrera unterzeichnet wurde.

„Bis 2020 wollen wir unser Geschäft in Argentinien verdoppeln“, sagte der Konzern-Chef. Ein bedeutender Teil des geplanten Baus von Elektrizitätswerken zur Lieferung von insgesamt 5 Gigawatt soll auf erneuerbaren Energiequellen basieren. Weltweit wenige Länder hätten die Sonnen- und Windressourcen, die in Argentinien zur Verfügung stehen.

Siemens wolle das Land bei der Finanzierung der Projekte unterstützen, etwa über Hermes-Bürgschaften, sagte Kaeser. Der wirtschaftspolitische Reformkurs der Regierung Macris biete eine gute Gelegenheit, um in Argentinien zu investieren.

Auch Gabriel hob die neuen Chancen hervor, die sich für deutsche Unternehmen am La Plata eröffneten. Es gebe großes Potenzial in den Bereichen Energie, Infrastruktur, Landwirtschaft, Bergbau und Technologie, erklärte der Minister am Mittwoch auf dem dreitägigen „Argentina Business & Investment Forum“. Rund 1900 führende Manager von knapp 1000 Unternehmen aus 67 Ländern nehmen an dem von der argentinischen Regierung veranstalteten Event teil.

„Es ist beeindruckend, was die Regierung in kürzester Zeit auf die Beine gestellt hat, um ausländische Investoren auf die immensen Möglichkeiten geschäftlicher Zusammenarbeit in Argentinien aufmerksam zu machen“, sagte Gabriel in der Deutsch-Argentinischen Handelskammer (AHK) am Rande des Forums. Argentinien habe wieder Anschluss an die internationalen Finanzmärkte gefunden. Macris Regierung hatte sich mit internationalen Gläubigern geeinigt, um Bedingungen für frisches Kapital zu erfüllen.

Das sind die reichsten Clans Deutschlands
Platz 10: Familie Röchling
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Es ist Georg Duffner zu verdanken, dass die Röchling SE & Co. KG heute so sicher und breit im globalen Markt etabliert ist. Der bis zum Mai amtierende Geschäftsführer sorgte maßgeblich für den Umbau vom Mischkonzern zum Kunststoffverarbeiter. Das Unternehmen meldete zuletzt einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro. Der Gewinn des Betriebs, der rund 8.400 Mitarbeiter beschäftigt, beläuft sich auf 136 Millionen Euro. Das Vermögen der Familie Röchling wird auf 3,4 Milliarden Euro geschätzt – 100 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.

Quellen: Bilanz, Unternehmen

Platz 9: Familie Werhahn
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Vom „Bilanz“-Magazin als „rheinisches Syndikat“ betitelt, befinden sich rund 200 Unternehmen im Besitz der Wilh. Werhahn KG. Zu den stärksten Mitgliedern der Gruppe zählen der Baustoffkonzern Basalt AG , der Finanzdienstleister Abcfinance und der Messerhersteller Zwilling J. A. Henckels, der auch die Hersteller für Friseurbedarf Jaguar und Tondeo in sich vereint. Mit Anton Werhahn (rechts) steht seit 2005 als Vorstandssprecher wieder ein Repräsentant der drei Werhahn-Stämme an der Spitze des Mischkonzerns. Das Vermögen der 420 Werhahns legte im Vergleich zum vergangenen Jahr (3,1 Mrd.) kräftig zu und steht nun bei circa 4,5 Milliarden Euro.

Platz 8: Familie Haniel
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Nicht nur dem Aufsichtsratsvorsitzenden Franz Markus Haniel (rechts), sondern der gesamten Franz Haniel & Cie. GmbH, fehlt seit Jahren die zündende Idee. Die Investmentholding befindet sich auf dem absteigenden Ast, das Vermögen der Großfamilie schmälerte sich seit 2007 um rund 10 Milliarden Euro auf heute 5,0 Milliarden Euro. Das liegt vor allem an der geplanten Ausrichtung zum Handels- und Dienstleistungskonzern, an der bis heute festgehalten wird und durch welche man sich 2007 endgültig aus dem produzierenden Geschäftsbereich zurückzog.

Platz 7: Familie Siemens
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Die Großfamilie Siemens umfasst mittlerweile zwar 300 Mitglieder, sie ist trotz ihres geschätzten Vermögens von rund 6,2 Milliarden Euro (plus 0,2 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr) aber eher zurückhaltend und medienscheu. Einzig Nathalie von Siemens scheint den Weg in die Öffentlichkeit für sich entdeckt zu haben. Die Ururenkelin des Begründers der modernen Elektrotechnik und Gründers der heutigen Siemens AG, Werner von Siemens, ist seit 2015 Mitglied des Aufsichtsrates des Technologiekonzerns und wird bereits als Kandidatin für die leitende Position gehandelt.

Platz 6: Familie Heraeus
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Die Reorganisation der Geschäftsbereiche der Heraeus Holding im vergangenen Jahr scheint sich für den Technologiekonzern bereits ausgezahlt zu haben. Das Unternehmen mit Schwerpunkt auf den Edel- und Sondermetallen erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Handelsumsatz von 12,9 Milliarden Euro – ein Plus von 0,7 Milliarden Euro zum Vorjahr. An der Spitze des Konzerns steht Jan Rinnert, der Schwiegersohn vom Aufsichtsratsvorsitzenden und Unicef-Deutschland-Vorsitzenden Jürgen Heraeus (im Bild). Zusammen mit seinen beiden Geschwistern hält der 80-Jährige 25 Prozent der Anteile. Das Vermögen der 200 Köpfe umfassenden Familie beläuft sich wie schon im Vorjahr auf 6,3 Milliarden Euro.

Platz 5: Familie Freudenberg
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Die einstige Handelsgesellschaft und Gerberei ist heute unter dem Namen Freudenberg & Co. KG vor allem für ihre Dichtungs- und Schwingungstechnik sowie für die Produktion von Vliesstoffen und Filtrationen bekannt und beliefert vornehmlich die Automobilindustrie. Von den 8,4 Milliarden Euro Umsatz bleiben nach allen Abzügen immer noch vortreffliche 521 Millionen Euro Gewinn. Ein gutes Fünftel davon beansprucht die 320-köpfige Gesellschafterfamilie für sich, dessen Vermögen bei 7,15 Milliarden Euro steht.

Platz 4: Familie Merck
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Auch das älteste Pharmaunternehmen der Welt befindet sich im überwiegenden Familienbesitz. Die Merck KGaA konnte in ihrer 348-jährigen Geschichte noch nie einen so hohen Umsatz wie im vergangenen Jahr erwirtschaften. 12,8 Milliarden Euro bedeuten ein Plus von satten 13 Prozent zum Vorjahr. Die rund 200 Mercks sehen dem vorliegenden Wachstum mit Wohlwollen zu. Sie halten über die E. Merck KG circa 70 Prozent der Anteile am Unternehmen. Im „Bilanz“-Magazin wird das Vermögen der Familie nun erstmals auf 8,5 Milliarden Euro geschätzt.

Gabriel führte auch Gespräche mit Vertretern der in Argentinien tätigen deutschen Unternehmen und mit lokalen Gewerkschaftern. Die Unternehmer zeigten sich nach Angaben des Bundesministers optimistisch, die Gewerkschaftsvertreter äußerten dagegen ihre Sorge, dass die Marktöffnung zu Arbeitslosigkeit führen könne. Auf dem Investment-Forum hatten sich mehrere Sprecher für eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts in Argentinien ausgesprochen.

Von Argentinien reist Gabriel nach Kanada weiter. Dort will er am Donnerstag politische Gespräche etwa über das umstrittene Freihandelsabkommen Ceta führen und an einer internationalen Konferenz teilnehmen.

  • dpa
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