Siemens-Prozess
Ex-AUB-Chef räumt Steuerhinterziehung im privaten Bereich ein

Der frühere Bundesvorsitzende der Arbeitnehmerorganisation AUB, Wilhelm Schelsky, hat Steuerhinterziehung im privaten Bereich in sechsstelliger Höhe vor Gericht zugegeben.

rtr NÜRNBERG. "Die Verantwortung habe ich, davor will ich mich nicht drücken", sagte Schelsky am Dienstag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Private Ausgaben seien als betriebliche Kosten seiner Firma verbucht worden. Allerdings habe er das nie persönlich durchgerechnet, das hätten andere für ihn gemacht.

So wurden etwa die Unterhaltszahlungen an Schelskys geschiedene Ehefrau als Betriebsausgaben verbucht, wie ein Anwalt Schelskys erklärte. Die Ex-Frau habe zwar bei Bedarf zeitweilig im Unternehmen mitgearbeitet, das Gehalt von 11 100 Euro brutto habe jedoch "zur erbrachten Arbeitsleistung in keinem Zusammenhang" gestanden. Auch weitere Vorwürfe der Anklage wie die betriebliche Abrechnung von Zahlungen an seine Tochter, private Reise- sowie Telefonkosten gab Schelsky zu. Einige Unterpunkte wies die Verteidigung jedoch zurück. So seien etwa Zigarren im Wert von mehr als 2000 Euro und Wein für 6000 Euro als Referentengeschenke richtig verbucht worden.

Die Anklage wirft Schelsky und dem früheren Siemens - Zentralvorstand Johannes Feldmayer vor, mit verdeckten Zahlungen in Höhe von mehr als 30 Mill. Euro die AUB als Gegengewerkschaft zur IG Metall aufgebaut zu haben. Schelsky werden Betrug, Beihilfe zur Untreue und Steuerhinterziehung zur Last gelegt.

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