Siemens-Rivale
ABB plant Einschnitte in Energiesparte

Nach Siemens will auch der Rivale ABB seine Energietechniksparte auf den Kopf stellen: Statt auf Solaranlagen und Wasserwerke will der Schweizer Elektrokonzern in Zukunft auf Dienstleistungen und Software setzen.
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Der Elektrokonzern ABB krempelt ähnlich wie der Rivale Siemens seine Energietechniksparte um und plant Einschnitte. Wegen zu geringer Ertragskraft wollen sich die Schweizer nach Angaben vom Freitag weitgehend aus dem Geschäft als Generalunternehmer für Solaranlagen und Wasserwerke zurückziehen und sich verstärkt auf Produkte, Dienstleistungen und Software verlegen.

ABB-Chef Joe Hogan beklagte, dass die Marge der Division Energietechniksysteme wegen des Projektgeschäfts zu gering sei. „Wir haben in den letzten Jahren erheblich investiert, um das Ertragspotenzial der Division Energietechniksysteme zu steigern", erklärte er. "Dennoch konnte die Division keine konstanten Erträge erzielen. Das ist nicht akzeptabel." Es werde zu Entlassungen kommen, sagte ein ABB-Sprecher. Der Umfang sei allerdings nicht nennenswert.

Künftig soll das einträgliche Geschäft mit Komponenten wie Hochspannungskabeln, Gleichstrom- und Verteilertechnik und Leistungshalbleitern eine Rendite von neun bis zwölf Prozent abwerfen. Bisher galt für das Segment ein Margenziel von sieben bis elf Prozent. Der Umsatz werde indes langsamer zulegen und im Durchschnitt nur noch um sieben bis elf Prozent jährlich wachsen. Die geplante Schließung von weltweit zehn Projekteinheiten und die übrige Restrukturierung werde ABB im laufenden Quartal 350 Millionen Dollar kosten, kündigte Hogan an.

Der ABB-Abschied als Generalunternehmer für Photovoltaikanlagen und Wasserwerke ähnelt den derzeit laufenden Einschnitten beim größeren Rivalen Siemens. Die Münchner geben ebenfalls ihr verlustträchtiges Solargeschäft und die ertragsschwache Ausrüstung von Wasserwerken auf und suchen für die Bereiche Abnehmer.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ja genau - ihr Beide ihr habt es verstanden. Wir sollten es so machen wie China, nä? Das EEG resultiere aus dem Stromeinspeisungsgesetz (1991) und wurde im Jahr 2000 verabschiedet. Habt ihr eigentlich die Abwrackprämie in Anspruch genommen oder seit ihr generell immun gegen Stimmulierungsprogramme? Die gehen rein volkswirtschafltich auf Keynes zurück (1936) und dürften den meisten von uns in viellerlei Gestalt begegnet sein.

    Was mich aber generell an euren Kommentaren stört, ist die offensichtlich nicht vorhandene gesellschaftliche Verantwortung. Was durchdringt ist - ihr wollt um alles in der Welt nichts abgeben. Schon gar nicht, wenn die Umwelt dabei etwas entlastet wird. Im Jahr 2010 wurden 5.123.910.150.000 Liter Rohöl (Quele U.S. Energy Information Administration) aus der Erde geholt und ich denke, es wäre euch noch lieber wenn es das doppelte wäre, dann könntet ihr für Spritgeld sparen, oder???? Und was natürlich auch prima ist, wenn die EE-Wende nicht klappt ist das steigende Konfliktpotential, welches sich die BRD aussetzt bei den künftig weniger werdenden exporiterenden Nationen. Steigende Energieimporte, bedeutet auch das die Entwicklung einer Nation zu gewissen Teilen fremdbestimmt ist. Gasstreit Russland mit der Ukraine??? Ein Begriff?

    Tut mir leid aber der Horizont der Gedankengänge geht da ungefähr von der Wand bis zur Tappete

  • Das Problem mit den "Erneuerbaren Energien" liegt in Ihrer Unwirtschftlichkeit! Diese Stromerzeugung von Wind- und Sonnenabhängigen Produkten war schon immer und wird immer ein Marktnischenprodukt sein! Erst durch das politisch diktierte EEG wurde den Erneuerbaren Energien ein "Marktfähigkeitssigel" verpasst auf Kosten von steigenden Endkundenstrompreisen via EEG-Zwangsabgabe, Einspeisevorrang,überhöhte Marktpreisgarantien,langzeit Garantien von mind. 20 Jahren, Risikoschutzabgabe,Backupkostenerstattung,Netzausbaukostenerstattung,Speicherkostenerstattung uvm. was gegen jegliche Marktrichtlinien widerspricht. Der Staat macht mit dem EEG einen klaren Wettbewerbsverstoss zu Lasten den Endverbrauchers. Darum ist und bleibt das EEG ein Wohlstandsvernichtungsgesetz!

  • Als Ergänzung...Unternehmen wie Siemens und ABB haben Strukturen die aus dem konventionellen Elektritzitätsausrüstergeschäft kommen. Das ist ein Geschäft in dem erfahrene Ingenieure dicke Anforderungsprofile erstellen, reichlich dokumentieren, prüfen und die Zuverlässigkeit und Sicherheit einen grossen Stellenwert einnimmt.

    Im Bereich "Erneuerbare Energien" ist dies nicht so gefragt, weil diese Anlagen zwar gesetzlichen Vorrang geniessen allerdings keine Verantwortung für die Netzstabilität, oder Versorgungssicherheit haben.

    Zusammenfassend meine ich, dass diese Hersteller nicht die geeigneten Strukturen haben um im schnellebigen Geschäft der Oekosubventionen zu bestehen.

    Vandale

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