Siemens-Rivale
ABB schüttelt Preisdruck ab

Der Schweizer Industriekonzern ABB hat trotz Drucks, die Preise für Produkte zu senken, den Gewinn steigern könnte. Das Unternehmen habe die Kosten deutlich senken können. Doch einen Wermutstropfen gibt es auch.
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ZürichDer eiserne Sparkurs des Elektrokonzerns ABB zahlt sich aus. Trotz schwieriger Konjunkturlage und scharfen Wettbewerbs steigerte der Rivale von Siemens und General Electric (GE) seinen Gewinn im dritten Quartal überraschend stark um zehn Prozent auf 835 Millionen Dollar. „Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen haben den Preisdruck mehr als ausgeglichen“, erklärte das Schweizer Unternehmen am Donnerstag. Dank rascher Abarbeitung bestehender Aufträge wuchs auch der Umsatz – und zwar um acht Prozent auf 10,54 Milliarden Dollar.

Ein Wermutstropfen: Der Auftragseingang schrumpfte erneut, weil sich Kunden aus den Branchen Bergbau, Öl, Gas und Energietechnik mit Großaufträgen zurückhielten. Mehr Aufträge erhielt ABB dagegen von Kunden aus Industrie und Versorgungsunternehmen, die in höhere Produktivität und Zuverlässigkeit bestehender Anlagen investieren. Insgesamt holte ABB im abgelaufenen Quartal lediglich Aufträge für 9,09 Milliarden Dollar herein, zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Branchenexperten hatten sich im Durchschnitt auf ein Volumen von 9,17 Milliarden Dollar eingestellt. Bereits im ersten Halbjahr hatte sich die Auftragslage verdüstert.

Der neue Konzernchef Ulrich Spiesshofer will ABB deshalb noch stärker auf Effizienz trimmen und den eisernen Sparkurs seines Vorgängers Joe Hogan fortsetzen. Die Konzernsparten müssten stärker zusammenarbeiten und ihre Kunden gemeinsam besser betreuen, ordnete Spiesshofer an. „Wir können eindeutig mehr tun, um unsere Kunden wettbewerbsfähiger zu machen, unsere eigene Produktivität zu steigern und das profitable Wachstum des Unternehmens zu beschleunigen“, erklärte der frühere Automatisierungs-Vorstand, der im September an die Firmenspitze befördert wurde. „Dazu müssen wir Angebote geschäftsübergreifend effektiver bündeln und sowohl die Kundennähe als auch den Service kontinuierlich verbessern.“ ABB werde seine Umsatzkosten auch künftig in jedem Jahr um drei bis fünf Prozent senken.

Zudem richtet Spiesshofer ein stärkeres Augenmerk auf die Integration der in den vergangenen Jahren hinzugekauften Unternehmensteile. Die Eingliederung hatte er jüngst zur Vorstandssache gemacht und damit Konzernleitungsmitglied Greg Scheu betraut. „Außerdem werden wir weiter in attraktive Märkte expandieren und zu diesem Zweck sowohl das organische Wachstum fördern als auch strategische Akquisitionen tätigen, um Lücken im Portfolio zu schließen“, kündigte Spiesshofer an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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