Siemens-Rivale General Electric: Ölpreis-Verfall setzt GE mehr und mehr zu

Siemens-Rivale General Electric
Ölpreis-Verfall setzt GE mehr und mehr zu

Die anhaltende Flaute in der Ölbranche und der starke Dollar haben den US-Großkonzern General Electric Ende 2015 belastet. Zudem verlief der Start ins laufende Jahr für den Siemens-Rivalen holprig.

New York/MünchenDie Folgen des Ölpreis-Verfalls machen dem US-Industriekonzern General Electric (GE) immer mehr zu schaffen. Im abgelaufenen Quartal ging der operative Gewinn im Industriegeschäft binnen Jahresfrist um acht Prozent auf 5,52 Milliarden Dollar zurück, wie der Siemens-Rivale am Freitag mitteilte. Aufgrund der niedrigen Preise scheut derzeit die Förderindustrie und die Petrochemiebranche Investitionen in neue Technik. Der Umsatz in dem Geschäftsfeld ging bei GE im Weihnachtsquartal um ein Sechstel zurück, der Betriebsgewinn gab ebenfalls um ein Sechstel nach.

Von den günstigen Ölpreisen sind aber auch andere Geschäftsfelder des Konzerns betroffen. Investitionen in erneuerbare Energietechnik werden zum Beispiel deutlich seltener. Der Gewinn dieses Segments stürzte sogar um knapp 80 Prozent ab. Auch im konventionellen Kraftwerksgeschäft zeigten sich deutliche Spuren eines harten Konkurrenzkampfs in der GE-Bilanz.

An der Wall Street kamen die Zahlen nicht gut an: Vorbörslich gaben GE-Aktien knapp zwei Prozent nach.

Konzernchef Jeff Immelt äußerte sich trotz der Bremsspuren positiv zum Gesamtjahr 2015, in dem sein Unternehmen bei einem Umsatzplus von drei Prozent im Industriegeschäft auf Einnahmen von knapp 109 Milliarden Dollar kam. Vor allem das Triebwerksgeschäft, die Medizintechnik, das Transportsegment sowie das Hausgeräte- und Leuchtmittelgeschäft legten zu. Der operative Konzerngewinn kletterte um ein Zehntel auf knapp 16 Milliarden Dollar.

Für das laufende Jahr blieb Immelt allerdings zurückhaltend: „Wir erkennen, dass die ersten Wochen 2016 sehr schwankend waren“, so der langjährige GE-Chef. „Wir glauben aber an unsere Stärke und dass es genug Wachstum auf den Märkten gibt, um 2016 gut abzuschneiden.“ Mitte des Jahres werde der 5,4 Milliarden Dollar schwere Verkauf des Hausgerätegeschäfts an die chinesische Haier über die Bühne gehen, stellte er in Aussicht.

Trotz Sondereffekten aus der Übernahme des Alstom -Kraftwerksgeschäfts und einer Vertragsstrafe durch den gescheiterten Verkauf der Hausgerätesparte an die schwedische Electrolux bleibt GE gemessen an der Jahresrendite mit einer Marge von zuletzt 15,3 Prozent für Konkurrenten wie Siemens oder ABB das Maß aller Dinge.

Vor allem die Schweizer ABB war zuletzt deutlich heftiger von den Folgen des Ölpreis-Verfalls gebeutelt worden und steht vor der Aufspaltung. Siemens schlug sich laut Experten verhältnismäßig gut. Die Münchner legen im Vorfeld der Hauptversammlung am kommenden Dienstag ihre jüngste Quartalsbilanz vor. Analysten rechnen mit einer weitgehend stabilen Entwicklung.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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