Personalvorstand Siegfried Russwurm kündigte an, die Stellenstreichungen möglichst sozialverträglich mittels Transfergesellschaften und Altersteilzeitregelungen umzusetzen. „Betriebsbedingte Kündigungen können nur das allerletzte Mittel sein.“ Die Unternehmensspitze wolle mit den Arbeitnehmervertretern schnell Verhandlungen aufnehmen.
Bereits vor Präzisierung der Pläne am Dienstag hatten Arbeitnehmervertreter Widerstand gegen die Stellenstreichungen angekündigt. Aufsichtsrat und Europa-Betriebsratschef Werner Mönius fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit von Siemens und hatte mit Streik gedroht. Gewerkschafter und Betriebsräte hatten die Informationspolitik des Konzerns scharf kritisiert.
Der Stellenabbau, Einsparungen bei externen Beratern und in der Informationstechnik sollen die Kosten in der Verwaltung bis 2010 um 1,2 Milliarden Euro senken. „Der Anspruch ist also klar: Schlanke Verwaltungen in einem wachsenden Unternehmen“, sagte Löscher.
Die US-Kanzlei Debevoise & Plimpton, die für Siemens die Korruptionsaffären aufarbeitet, kann allerdings ihre Rechnungen weiterhin ohne Abstriche ausstellen. „Rückhaltlose Aufklärung bleibt trotz Sparzwang unser Ziel“, sagte der Konzernchef. Die Belastungen aus der Aufklärung sollen allerdings schrittweise verringert werden. Bislang kosteten die Schmiergeldskandale und ihre Folgen Siemens rund 1,8 Milliarden Euro.

