Der Siemens
-Manager hatte zuvor ausgesagt, der damalige Vorstandschef habe erheblichen Druck gemacht, dubiose Zahlungen zu überweisen, und Manager aufgefordert, sich wie "Soldaten von Siemens" zu verhalten. "Das ist nicht meine Terminologie", widersprach Pierer.
Durch die Aussagen des ehemaligen Mitarbeiters hat sich der Druck auf Pierer dennoch weiter verstärkt. Vorige Woche hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt, sie verzichte auf die Dienste des einstigen Siemens
-Chefs an der Spitze ihres Innovationsrats. Pierer galt lange als einer der großen deutschen Manager und war als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten gehandelt worden.
Am Montag wird der Manager wegen der Vorwürfe erneut mit der Münchener Staatsanwaltschaft reden. "Erst wenn dieses Gespräch abgeschlossen ist, werden wir entscheiden, wie es weitergeht", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld dem Handelsblatt. Er ließ damit offen, ob ein Ermittlungsverfahren gegen Pierer aufgenommen wird. Den Ermittlern war zuletzt vorgeworfen worden, sie ließen gegenüber dem 67-Jährigen zu viel Milde walten.
Unternehmenskreise sehen nun Parallelen zum bisherigen Verfahren. Mehrere inzwischen Beschuldigte, darunter der ehemalige Siemens
-Finanzchef Heinz Neubürger, -Joachim hatten zunächst bei den Ermittlungsbehörden vorgesprochen, um damit eine weitere Eskalation - etwa die Untersuchungshaft - zu verhindern.
Der Aufsichtsrat der Siemens
AG will sich in wenigen Tagen mit den neuen Vorwürfen beschäftigen. Hintergrund seines Vorgehens sind auch die in den USA laufenden Ermittlungen des Justizministeriums und der Börsenaufsicht SEC. Hier könnten Siemens
weitere Milliardenstrafen drohen, mit einer lückenlosen Aufklärung des Skandals will die neue Führung die SEC milde stimmen.
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