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21.04.2008 

Zusätzliche Brisanz erhielt der Skandal durch Berichte, wonach auch IOC-Vizepräsident Thomas Bach in die Affäre verwickelt sei. Nach Berichten des Magazins "Spiegel" soll Bach einen bis heute laufenden Beratervertrag haben. Bach bestätigte, er habe als Wirtschaftsanwalt einen Vertrag mit Siemens, von dem er aber nie ein Geheimnis gemacht habe. Vorwürfe, er habe dem Konzern zu Aufträgen verholfen, nannte Bach "absurd".

In der Siemens AG sind in den vergangenen Jahren 1,3 Milliarden Euro vor allem für dubiose Beraterverträge gezahlt und vermutlich als Schmiergeld eingesetzt worden. Das System schwarzer Kassen ist vor allem in der Ära Pierer aufgebaut worden, der aber bis heute bestreitet, davon gewusst zu haben.

Die laufenden Ermittlungen, Strafbefehle und Steuernachzahlungen haben Siemens schon 1,7 Milliarden Euro gekostet und Europas größten Technikanbieter erschüttert. Die neue Führung um den Österreicher Peter Löscher hat den Konzern umgebaut und gründliche Aufklärung versprochen. Siemens setzte im vorigen Geschäftsjahr 72,4 Milliarden Euro um und verdiente nach Steuern 3,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen beschäftigt 400 000 Mitarbeiter in 190 Ländern.

Konzern in Erklärungsnot

Die Kosten: Insgesamt muss der Siemens-Konzern in der Korruptionsaffäre bereits 1,7 Mrd. Euro zahlen. Dieser Betrag setzt sich aus Beraterkosten, Behördenbußgeldern, Kartellstrafen und Steuernachzahlungen zusammen. Jeden Tag fallen weitere Kosten an.

Die Beschuldigten: Wegen der hohen Kosten will der Konzern einige Ex-Manager auf Schadensersatz verklagen. Im Visier der Staatsanwaltschaft befinden sich bereits die ehemaligen Zentralvorstände Johannes Feldmayer, Heinz Neubürger-Joachim und Thomas Ganswindt.

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