Siemens will in Russland wachsen
Siemens macht Power Machines eine Offerte

Der russische Maschinenbauer Power Machines hat nach eigenen Angaben von Siemens ein Angebot zur Übernahme der Kontrolle erhalten. Siemens verfügt über eine Kriegskasse in Milliardenhöhe, wollte sich aber zunächst nicht äußern

HB MÜNCHEN. Es werde im Juli oder August über das Angebot von Siemens entscheiden, teilte das russische Unternehmen am Dienstag mit. Siemens hält rund fünf Prozent der Anteile des größten russischen Turbinenherstellers. Ein Sprecher des Münchener Konzerns sagte, Siemens führe Sondierungsgespräche mit Power Machines und lote in diesem Zusammenhang mehrere Optionen für eine umfangreichere Kooperation aus. Zu Details wolle sich das Unternehmen erst äußern, wenn ein Ergebnis der Gespräche feststehe.

Siemens hat eine Wachstumsinitiative für Russland gestartet und will seinen Umsatz von derzeit etwa einer Milliarde Euro jährlich mittelfristig deutlich steigern. Bereits am Montag hatte es einen Zeitungsbericht über den angeblich geplanten Einstieg der Münchener bei Power Maschines gegeben. In Branchenkreisen hatte es geheißen, Siemens dürfte vor allem am Turbinengeschäft der Russen interessiert sein. Ob der Technologiekonzern hingegen ein Auge auf Power Machines insgesamt geworfen habe, sei fraglich.

Power Machines Group - auch Silowyje Maschiny - sieht sich als führender russischer Ausrüster für Kraftwerke sowie Technologie zur Elektrizitätsübertragung. Darüber hinaus ist das Unternehmen in den Bereichen Transport und Schienenfahrzeuge tätig. Im Geschäftsjahr 2002 erwirtschaftete das Unternehmen nach eigenen Angaben mit gut 19 000 Mitarbeitern einen Umsatz über 330 Mill. $.

Sollte die Offerte von Siemens angenommen werden, werde Power Machines den geplanten Zusammenschluss mit dem russischen Konkurrenten OMZ absagen, sagte Power Machines-Generaldirektor Yevgeny Yakovlev. „Die Sache wird im Juli/August entschieden, aber es sollte nicht dazu führen, dass es am Ende weder einen Deal mit Siemens oder OMZ gibt. Das wäre das worst-case-Szenario.“ OMZ und Power Machines hätten zusammen einen Konzern mit einem Jahresumsatz von rund einer Milliarde US-Dollar geformt. Power Machines hatte sich allerdings vor kurzem gegen die Fusion gewandt, nachdem Manager des Unternehmens auf der OMZ-Hauptversammlung nicht in die Konzernführung gewählt worden waren.

Siemens verfügt über eine Kriegskasse von weit über zehn Mrd. € und hat bereits mehrfach angekündigt, die Augen für mögliche Zukäufe offen zu halten.

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