Siltronic vor Börsengang?: Wacker Chemie prüft Abspaltung von Tochter

Siltronic vor Börsengang?
Wacker Chemie prüft Abspaltung von Tochter

Der Münchener Chemiekonzern prüft offenbar die Abspaltung seiner Halbleitertochter Siltronic. Insidern zufolge will das Unternehmen die Tochter an die Börse bringen.
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DüsseldorfDer Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie könnte einem Insider zufolge seine Halbleitertochter Siltronic an die Börse bringen. Wacker prüfe zusammen mit der Investmentbank Rothschild Möglichkeiten für eine Abspaltung der Tochter, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Dienstag Reuters.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor bereits über die Pläne berichtet. „Marktgerüchte kommentieren wir nicht“, sagte ein Wacker-Sprecher.

Siltronic produziert an vier Standorten in Deutschland, Asien und den USA Wafer für Chiphersteller. Wacker hatte jüngst für 2015 eine positive Entwicklung bei Siltronic vorausgesagt. An der Börse legten Wacker-Aktien deutlich zu. Mit einem Plus von über vier Prozent notierten die Anteilsscheine bei 113,75 Euro.

Finanzchef Joachim Rauhut hatte in einem Reuters-Interview Ende Januar Siltronic ein gutes Zeugnis ausgestellt: „Bei der Siltronic erwarten wir, dass sich der positive Trend der vergangenen Quartale auch in diesem Jahr fortsetzen wird.“ Rauhut rechnet bei der Tochter mit weiteren Kostenreduzierungen bei sich stabilisierenden Preisen für Wafer.

„Außerdem erwarten wir erheblichen Rückenwind durch Währungseffekte.“ Siltronic hatte mit über 4000 Mitarbeitern im vierten Quartal 2014 einen Umsatz von 223 (Vorjahr: 175) Millionen Euro erzielt, der operative Ertrag (Ebitda) kletterte auf 38 (11) Millionen Euro.

Dank der Stabilisierung des Geschäfts mit Solar- und Halbleitersilizium erzielte Wacker Chemie im Geschäftsjahr 2014 wieder deutliche Gewinne. Während der Konzernumsatz binnen Jahresfrist um acht Prozent auf 4,83 Milliarden Euro kletterte, vervielfachte sich der Überschuss auf 195 Millionen Euro von zuvor sechs Millionen Euro.

Als Grund nannte das Münchener Traditionsunternehmen gestiegene Absatzmengen in allen Bereichen und bessere Preise für hochreines Silizium. Das Material ist der Ausgangsstoff für Solarzellen und Mikrochips, der Preis dafür war in den vergangenen Jahren in den Keller gerauscht.

Nach der Konsolidierungswelle in der Photovoltaikindustrie stabilisiert sich der Markt dafür aber wieder.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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