Sind Schmiergelder geflossen?
Ermittler durchsuchen Geschäftsräume von Thyssen-Krupp

Im Zuge von Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen eines Korvettengeschäfts Ende der neunziger Jahre haben Fahnder Büros des Thyssen-Krupp-Konzerns durchsucht.

HB DÜSSELDORF. „Es sind Geschäftsräume in Düsseldorf, Essen, Hamburg und Kiel durchsucht worden“, sagte ein Unternehmenssprecher am Samstag. Nach einem Vorabbericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen eines Waffengeschäfts mit Südafrika gegen ein deutsches Schiffbau-Konsortium unter der Führung des damaligen Thyssen-Konzerns. Sie prüfe, ob beim Verkauf von vier Korvetten im Jahr 1999 Schmiergelder in Höhe von 30 Millionen Mark geflossen seien, die illegaler Weise in der Bilanz als „nützliche Aufwendungen“ geltend gemacht wurden.

Nähere Angaben zum Inhalt der Ermittlungen und dem weiteren Verlauf wollte Oberstaatsanwalt Peter Lichtenberg nicht machen. „Wir gehen nach dem derzeitigen Stand davon aus, dass sich der Verdacht nicht bestätigt“, sagte der Sprecher von ThyssenKrupp. Zu Einzelheiten des laufenden Verfahrens wolle sich der Konzern nicht äußern.

Dem „Spiegel“ zufolge durchsuchten die Fahnder am 19. Juni die Firmenzentralen von Blohm + Voss in Hamburg, den Howaldtswerken Deutsche Werft (HDW) in Kiel und Thyssen Rheinstahl Technik. Zudem seien Fahnder bei MAN Ferrostaal in Essen gewesen. Derzeit werteten Wirtschaftsstaatsanwälte, Spezialisten des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes und der Düsseldorfer Fiskus die Akten aus, berichtete das Magazin.

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