Sinkende Garantiepreise
Politik will Solarwirtschaft entgegenkommen

Nachdem sich einige Bundesländer bei der geplanten Kürzung der Solarförderung quergestellt haben, verspricht die Politik Linderung. Bei den meisten Anlagen sollen nun doch 100 Prozent des Stroms begünstigt bleiben.
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Berlin/BonnDie Politik macht der deutschen Solarbranche Hoffnung auf eine Lockerung der Förderkürzungen. Die Pläne würden an einigen Punkten entschärft, berichteten Teilnehmer des Bund-Ländertreffens am Donnerstag. Zuvor hatte sich in den Bundesländern Widerstand gegen die Absichten der Regierung geregt. Die Koalition benötigt einen Großteil der unionsgeführten Länder, um eine Blockade des Kürzungsvorhabens im Bundesrat zu verhindern. Vor allem die ostdeutschen Länder mit ihren Standorten der angeschlagenen Solarfirmen kämpfen daher gegen harte Einschnitte. Die Geschäftszahlen der beiden großen deutschen Solarkonzerne Solarworld und Aleo Solar verdeutlichten die Probleme der Branche, die vor allem unter der Billigkonkurrenz aus Asien leidet.

Den Teilnehmern des Bund-Ländertreffens zufolge soll nun doch bei größeren Solaranlagen der komplette Strom zu den höheren Fördersätzen abgenommen werden. Bislang sollte bei Anlagen über zehn Kilowatt nur 90 Prozent des Stroms gefördert werden. Mehr Luft erhalten Investoren auch bei den Kürzungsterminen: Die beschlossene Kappung zwischen 20 und nahezu 40 Prozent wird demnach zwar generell weiter ab 1. April greifen. Wer aber bereits vor dem 1. März eine Anschlusszusage des Netzbetreibers hatte, kann auch noch nach dem Stichtag zu alten Fördersätzen seinen Strom einspeisen.

Um notfalls letzte Streitpunkte mit den Ländern auszuräumen, war für Freitag auch ein Spitzentreffen mit Ministerpräsidenten im Kanzleramt ins Auge gefasst worden. Nach Angaben aus Regierungskreisen wurde dies jedoch wegen der weitgehenden Verständigung als unnötig abgesagt.

Präzisiert hat die Regierung zudem, wie die monatlichen Kürzungen nach dem Einmalschnitt im April aussehen könnten. So wird sich einem Regierungspapier zufolge die maximale Kürzung der garantierten Einspeisevergütung über das Jahr gerechnet erhöhen. Lag diese bisher bei höchstens 24 Prozent, soll bei starkem Zubau wie etwa 2011 die Kappung der garantierten Einspeisevergütung auf 28 Prozent steigen. Diese wird jedoch auf die einzelnen Monate verteilt, wobei die Höhe sich nach dem Neubau im Vorquartal richtet. Nach den jetzigen Installationen würde dies für Investoren bedeuten, dass ab Mai aufgebaute Anlagen erneut 2,7 Prozent weniger für ihren Strom erhalten.

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  • Zero Carbon...Die in der IAEA verzeichneten KKW im Bau verzeichnen noch ein paar Leichen, allerdings werden erst die KKW als im Bau gezählt wo der erste Beton gegossen ist. Insofern dürften die Karteileichen durch KKW bei denen die Hauptkomponenten bestellt sind, bei denen allerdings noch kein Beton gegossen wurde, mehr als ausgeglichen werden.

    Grundsätzlich stimmt Ihre Analyse hinsichtlich Westeuropa und Nordamerika. Ein jeder Politiker und eine jede Behörde ist stolz ein paar kostenträchtige Auflagen zu verfügen und so sind KKW Neubauten in diesen Ländern so teuer, dass der Bau nur mehr in Ausnahmefällen lohnt.

    KKW werden in den jungen Industrieländern mit Bedarf an Infrastruktur, Indien und China, plus Südkorea und Russland errichtet. Dort kostet ein KKW 1/3, 1/2, 3/4 der Preise in Mitteleuropa und so wird man dort noch einige KKW errichten.

    In den Altindustrieländern geht die Tendenz eher zu einer Leistungssteigerung der bestehenden Kraftwerke. Die mögliche Reaktorleistung ist selten limitierendes Kriterium und diese liesse sich durch Innovationen der Brennlementtechnologie weiter steigern.

    Die aktuellen Reaktorkonzepte unterscheiden sich abseits einer Optimierung und gestiegener Komplexität nur wenig von den Reaktoren der 70er Jahre. In den Altindustriestaaten forscht man seitdem ziellos an empfundenen Problemen herum. Eine neue Generation kostenoptimierter Reaktoren, beispielsweise Schnelle Flüssigsalzreaktoren könnte diesen Zustand drastisch ändern.

    Die Sonneneinstrahlung ist auf diesem Planeten zu niedrig als das man diese für eine industrielle Stromerzeugung nutzen kann. Die Solarmodulpreise mögen noch etwas nachgeben, alleine die Installationskosten sind jedoch prohibitiv und in der irgendwie vorhersehbaren Zeit nicht wettbewerbsfähig.

    Vandale

  • ... @vandale, unter den 65 als "im Bau befindlich" gelisteten Kraftwerksblöcken sind doch etliche Dateileichen, die sich zum Teil seit den 70er Jahren in diesem Status befinden.
    Es ist doch albern, diese Bauruinen noch aufzuführen. Aber geschenkt ... von mir aus 65.

    Und wie sieht es mit den wenigen KKWs, die sich in Europa im Bau befinden aus? Die Baukosten explodieren (in Finland und Frankreich haben sie sich verdoppelt) und die Inbetriebnahmen werden immer weiter nach hinten geschoben. Im Gegensatz dazu haben sich die Preise für Photovoltaik in den letzten 5 Jahren mehr als halbiert. Weltweit wurden 2011 knapp 30 GWp Photovoltaikleistung in Betrieb genommen, obwohl objektiv gesehen die PV noch teuer ist als die alten Energielieferanten.

    Für mich ist ganz klar, dass die Zukunft der Energieerzeugung ausschließlich im regenerativen Bereich liegt. Die Kernenergie war ein Irrtum. Von tausenden GW hat man Anfang der 80er Jahre (als ich Kernkraftwerksbau gehört habe) geschwärmt. Was ist von diesen Träumen übrig geblieben? Trotz weltweit gewaltig gestiegenem Energiebedarf hängt die Kernenergie bei ca. 400 GW fest. Tendenz sinkend.

  • ZeroCarbon..

    aktuell sind meines Wissens 65 KKW im Bau.

    Die Leichtwasserreaktoren helfen beim Bombenbau nicht weiter auch wenn die USA so etwas mit verbreitet haben. Das Plutonium aus Leichtwasserreaktoren ist zum Bombenbau kaum geeignet. Nicht umsonst steht der Leichtwasserreaktor im Iran nicht im Mittelpunkt der Atomdiskussion.

    Ich hatte ein paar Jahre im Mittleren Osten gelebt. Die Menschen glauben an den Islam, oder an das Christentum. Der Glaube an die Oekoreligion mit "Erneuerbaren" Energien, dämonischen Atomstrahlen, "ungelösten Endlagerfragen" und CO2 Klimhöllen ist dort nicht populär. Insofern werden dort auch keine Solarkraftwerke gebaut, bzw. nur wenn diese wie in Aegypten, Tunesien durch die EU, D, gesponsert werden dann stellen Sie sich den Sondermüll in die Wüste, teilweise hat man diese nicht einmal an das Stromnetz angeschlossen.

    Kernkraftwerke haben hohe Investitionskosten und niedrige Betriebskosten. Ich vermute, dass man in Abu Dhabi so einen Teil der Ersparnisse inflationssicher anlegen möchte. Anstatt in 30 Jahren inflationierte Dollars zu besitzen können Sie dann einen Cash Flow aus den geringen Betriebskosten generieren.

    Vandale

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