Sinkenden Absätzen zum Trotz
Stahlriese Arcelor bleibt bei hohen Preisen

Trotz sinkender Absatzzahlen will der weltgrößte Stahlkonzern Arcelor weiter an seinen hohen Verkaufspreisen festhalten. Wie Arcelor-Chef Guy Dollé am Freitag in Luxemburg betonte, gingen Preise klar vor Masse. Er erwartet sinkende Umsätze in der zweiten Jahreshälfte. Arcelor hatte die Preise in diesem Jahr im Schnitt um zehn Prozent angehoben.

HB/dpa LUXEMBURG. Mit Blick auf den absehbaren Rückgang der Produktion und den geplanten weiteren Schuldenabbau bei dem Stahlriesen sagte Dollé, dass auch die Belegschaft weiter um 2000 bis 3000 Menschen pro Jahr reduziert werde. Besonders Frankreich und Belgien seien davon betroffen. Zur Zukunft der Dillinger Hütte im Saarland sagte Dolle, ein Ergebnis der Beratungen werde Ende des Jahres erwartet. Arcelor will bis dahin entscheiden, ob das weitere Engagement finanzieller oder industrieller Natur sei.

Für das Gesamtgeschäft rechnet Arcelor nicht vor Ende des Jahres mit einem Aufschwung. Der dürfte sich jedoch erst im ersten Quartal 2004 bemerkbar machen, wie Dollé meinte. Die Nachfrage nach Stahlprodukten werde sich in allen Industriesegmenten mit Ausnahme der Autoindustrie abschwächen.

Sorgen bereiten dem Konzern unterdessen vor allem die um 27 % gestiegenen Preise für Schrott, die nicht vollständig auf die Endprodukte abzuwälzen seien. Zudem seien die Lager voll, sagte Dollé. „Wir sind zwar der größte Stahlkonzern der Welt, beherrschen aber trotzdem nur 4,7 % der Weltproduktion und können deshalb keine Preise diktieren“, betonte er.

Arcelor schloss das erste Halbjahr nach Darstellung Dollé dank der höheren Preise und mit Hilfe von Synergien etwa im Einkauf mit einem „guten Ergebnis“ ab. Der Nettogewinn stieg bei etwa gleichem Umsatz von 13,6 Mrd. € im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 250 % auf 358 Mill. € (1. HJ. 2002: 103 Mio). Bereits im zweiten Quartal habe sich allerdings eine für diese Zeit ungewöhnliche Abschwächung gezeigt. Diese werde sich fortsetzen.

Im zweiten Quartal nahm der Umsatz von 6,9 auf 6,7 Mrd. € ab. Die aus der Fusion entstandenen Synergien gab Arcelor mit 260 Mill. € für Ende Juni an. Die Nettofinanzverschuldung betrug zum 30. Juni rund 5,85 Mrd. € und sei rückläufig. Das Unternehmen war 2001 aus der Fusion der Stahlkonzerne Aceralia (Spanien), Usinor (Frankreich) und Arbed (Luxemburg) hervorgegangen. Arcelor hat rund 104 000 Beschäftigte in 60 Ländern.

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