Sinkender Umsatz
Motorenbauer Tognum kappt Prognose

Aufgrund gesunkener Nachfrage hat der Hersteller Tognum seine Umsatzerwartung für dieses Jahr deutlich gedrosselt. Auch beim Gewinnziel wird das Unternehmen bescheidener, obwohl eine Sparte zuletzt noch gut lief.
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StuttgartDie Nachfrage der Industrie nach Dieselmotoren von Tognum bröckelt. Der von Daimler und dem britischen Antriebshersteller Rolls-Royce kontrollierte Motorenbauer kappte daher am Dienstag seine Geschäftsprognose für das laufende Jahr. 2012 werde der Umsatz nur um wenige Prozentpunkte zulegen, stellte der Vorstand in seinem Halbjahresbericht in Aussicht. Bisher hatte das Management von Tognum einen Umsatzzuwachs um bis zu zehn Prozent für möglich gehalten.

In der ersten Jahreshälfte legten die Erlöse aus dem Verkauf von schnelllaufenden Dieselmotoren für Schiffe, Panzer, Bahnfahrzeuge sowie zur Stromerzeugung um 5,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Die Kunden zögern aber immer mit neuen Bestellungen: Der Auftragseingang schmolz in den Monaten April bis Juni das zweite Quartal in Folge. Im zurückliegenden Vierteljahr kamen lediglich neue Aufträge über knapp 753 Millionen Euro herein, rund zehn Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Vorstand kassierte wegen der schlechteren Geschäftsaussichten auch seine Ertragsprognose ein und rechnet zum Jahresende nur noch mit einer operativen Marge von rund zehn Prozent - bisher waren mehr als zehn Prozent für möglich gehalten worden. „Die makroökonomischen Aussichten für das Geschäftsjahr haben sich im zweiten Quartal deutlich eingetrübt“, sagte Vorstandschef Joachim Coers Bilanz. Der Umsatz werde zwar in der zweiten Jahreshälfte höher als in den ersten sechs Monaten ausfallen. Es sei aber wegen unsicherer Kapital- und Rohstoffmärkte mit Nachfrageschwankungen zu rechnen.

Auch Konkurrent Cummins aus den USA hatte zuletzt von volatilen Absatzmärkten berichtet - die Amerikaner kämpfen jedoch mit einem stärker gewordenen Dollar, während Tognum vom günstigeren Euro-Wechselkurs profitiert.

Operativ verdiente der zu 85 Prozent vom Export abhängige Konzern mit Sitz in Friedrichshafen und rund 10.000 Beschäftigten im zweiten Quartal deutlich weniger: Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen schrumpfte um ein Fünftel auf 67,7 Millionen Euro, die Marge rauschte um mehr als drei Prozentpunkte auf 9,3 Prozent vom Umsatz nach unten. Die Produktionskapazitäten waren nicht mehr so gut ausgelastet wie zuletzt, zudem musste Tognum höhere Ausgaben zur Entwicklung neuer abgasärmerer Motoren schultern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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