„Sinupret“-Hersteller
Bionorica profitiert von der Erkältungswelle

Mit Widrigkeiten kennt sich Michael Popp aus. Der Chef des Pharmaunternehmens Bionorica steht heute besser da denn je. Profitiert hat der „Sinupret“-Hersteller dabei von einer eher unerfreulichen Entwicklung, der Grippewelle. Und auch die Wirtschaftskrise sieht Popp als große Chance, denn der Familienunternehmer hat noch viele Zukunftspläne.

DÜSSELDORF. Schon einmal, im Jahr 2003, musste Michael Popp mit seinem Familienunternehmen, dem Pharmaunternehmen Bionorica, mit Widrigkeiten fertig werden. Da hatte der Hersteller von apothekenpflichtigen pflanzlichen Arzneimitteln mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) zu kämpfen. Verfügt wurde, dass besagte Medikamente nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden. Ein Schock für Bionorica; denn rund die Hälfte des Umsatzes war seinerzeit davon betroffen.

Das bedeutete aber keineswegs das Aus für den fränkischen Familienbetrieb. „Wir mussten nach Auswegen suchen und haben den Export entdeckt“, beschreibt Michael Popp eine der Maßnahmen, die dazu geführt haben, dass Bionorica heute besser dasteht als je zuvor. 2008 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz um 21,4 Prozent auf 130 Mill. Euro. Und da die ersten beiden Monate erfolgreich liefen, glaubt Popp, dass auch 2009 nicht schlechter werden kann. Wieder profitiert der Anbieter von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten – sogenannten OTC-Produkte – von einer eher unerfreulichen Entwicklung, nämlich der Grippewelle in den ersten beiden Monaten. Das Atemwegspräparat „Sinupret“ war im Monat Januar das meistverkaufte OTC-Produkt in den deutschen Apotheken. Das ermöglichte die Einstellung von 121 neuen Mitarbeitern. In Deutschland sucht Popp jetzt vor allem neue Leute für seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Pläne hat der habilitierte Naturwissenschaftler nämlich noch viele. Nach dem Aufbau seiner Absatzmärkte in Osteuropa will er nun die westeuropäischen Märkte von pflanzlichen Arzneimitteln (Phytopharmaka) überzeugen. Zudem laufen das Zulassungsverfahren für Schmerzmittel als Begleittherapie bei Aids, Krebs und Multiple Sklerose sowie klinische Studien für pflanzliche Arzneimittel gegen Prostatakrebs und die Erforschung der Prävention gegen Osteoporose. In China wurde gerade ein Forschungszentrum im Hongkong Science and Technology Park gegründet: „Wir wollen interessante chinesische Heilpflanzen finden, die für unser Portfolio relevant sein können.“ Hier hat Popp die Indikationen für Herz-Kreislauf, Leberkrebs und Augenalterung im Blick. Arbeitsverträge mit chinesischen Wissenschaftlern wurden bereits vereinbart.

Da drängt sich die Frage auf, wie es mit Übernahmeangeboten aussieht: „Ich bekomme jede Woche eine Anfrage. Doch ich verkaufe nicht. Schließlich haben wir ja noch selbst sehr viel vor“, sagt Familienunternehmer Michael Popp.

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