Situation ist verfahren
Investor fordert schnelle Lösung für Scania

Investor-Chef Börje Ekholm möchte bis spätestens Herbst 2008 Klarheit über das Schicksal des LKW-Konzerns Scania bekommen. Einen Zusammenschluss mit MAN und VW knüpft er an Bedingungen – und verrät erstmals, was während des Übernahmeversuches hinter den Kulissen geschehen ist. Gleichzeitig kommen neue Spekulationen um die MAN-Pläne von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch auf.

STOCKHOLM. Einen konkreten zeitlichen Horizont wollte Ekholm nicht nennen. „Ob es sechs, zwölf oder 18 Monate dauert, kann ich nicht sagen“, sagte Ekholm, unterstrich aber gleichzeitig, dass sich ein zu langer Prozess negativ auf die beteiligten Unternehmen auswirken würde. „Es darf nicht zu lange dauern zu überprüfen, ob es überhaupt eine Lösung gibt“.

Die Holding der mächtigen schwedischen Industriellenfamilie Wallenberg ist mit knapp über 30 Prozent zweitgrößter Scania-Aktionär nach Volkswagen. Der Wolfsburger Konzern hält über 34 Prozent. Beide Unternehmen hatten den sechsmonatigen Übernahmeversuch durch den Scania-Konkurrenten MAN im Dezember endgültig abgelehnt, gleichzeitig aber betont, dass es eine „industrielle Logik“ einer Zusammenarbeit gäbe. Der VW-Konzern, der mittlerweile auch rund 20 Prozent an MAN hält und somit eine Schlüsselrolle bei der Bildung eines neuen europäischen LKW-Riesen spielt, möchte seine brasilianische LKW-Sparte in das neue Unternehmen einbringen.

Der Investor-Chef, der die Führung der Holding Ende 2005 übernommen hatte, ließ offen, wie eine Lösung der festgefahrenen Situation bei Scania aussehen könnte. „Alle Beteiligten sollten sich jetzt etwas beruhigen. Deshalb will ich jetzt auch nicht über irgendeine Lösung spekulieren,“ sagte Ekholm.

Er räumte allerdings ein, dass die Situation derzeit verfahren sei: Denn neben Investor und Volkswagen hält mittlerweile auch MAN knapp 15 Prozent Anteile an Scania. „Wir sollten mit offenen Augen nach einer eventuellen industriellen Lösung suchen, wenn es sie denn gibt. Ich bin vollkommen uninteressiert an einer Lösung, bei der eins und eins gleich zwei ergeben. Es muss mehr als zwei dabei herauskommen, sonst bringt es nichts.“

Ob es derzeit Kontakte mit VW oder MAN gibt, wollte Ekholm nicht bestätigen. „Wir wollen das Thema aus den Schlagzeilen bekommen“, sagte er und deutete an, dass es „Gespräche vermutlich im Frühjahr geben wird“. Aber er sagte auch: „Wenn am wenigsten spekuliert wird, sind wohl die Chancen für eine Lösung am besten.“

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