Skandal um Autozulieferer
Schmiergeld-Spur führt in die USA

Bislang ist der französische Zulieferer Faurecia die Hauptfigur in dem Schmiergeld-Skandal, der derzeit die Autobranche in Atem hält. Faurecia-Mitarbeiter sollen Einkäufer der Autokonzerne mit hohen Summen bestochen haben. Nun ist ein neuer Beschuldigter aufgetaucht. Und dieses Unternehmen sitzt in den USA.

HB FRANKFURT. Nach bisherigem Erkenntnisstand habe der US-Zulieferer Lear einem in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen Einkäufer von BMW einen sechsstelligen Dollar-Betrag gezahlt, um einen Auftrag zu erhalten, bestätigte der Münchener Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Dienstag einen entsprechenden Bericht der „Frankfurter Rundschau“. Es werde deshalb gegen Lear ermittelt. Deutsche Niederlassungen des US-Zulieferers seien bereits im November 2005 durchsucht worden. Von Lear war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Im Zentrum der Korruptionsaffäre steht bislang das französische Unternehmen Faurecia. Dessen Chef Pierre Levi hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt gestanden, die Schmiergeldzahlungen seines Unternehmens an Mitarbeiter von Autoherstellern jahrelang gedeckt zu haben. Branchenkenner gehen deshalb davon aus, dass Levi bald zurücktritt, zumal VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder als einer der Geschädigten nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten will.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler sind in die Affäre elf Zulieferfirmen und drei Autohersteller verwickelt. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt Faurecia ausgenommen gegen weitere fünf Zulieferfirmen; den Rest der Fälle bearbeiten die Kollegen in Frankfurt. „Wir wollen diese Fünf bald zum Abschluss bringen“, sagte Winkler.

Das Geld floss nach bisherigem Ermittlungsstand an Beschäftigte von Volkswagen, Audi und BMW. Im Visier der Justizbehörden sind Branchenkreisen zufolge neben Faurecia und Lear auch der bayerische Zulieferer Grammer sowie mittelständische Zulieferer aus Deutschland und Österreich.

Dass Schmiergelder gezahlt wurden, war bei BMW bereits Ende 2005 aufgefolgen. Dass auch VW und Audi betroffen sind und Geld von Faurecia floss, kam erst vor wenigen Tagen heraus.

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