Skibranche: „Die Frage ist doch: Wer überlebt?“

Skibranche
„Die Frage ist doch: Wer überlebt?“

Die Skibranche befindet sich im Wandel. Skihersteller setzen immer stärker auf den Verkauf von Accessoiers und Kleidung; von Skiern alleine kann die Branche schon lange nicht mehr leben. Die Sportmesse ISPO, der weltgrößte Branchentreff auf dem Münchener Messegelände, dokumentiert den schleichenden Niedergang der Skihersteller.

MÜNCHEN. In Reih und Glied steht ein Ski neben dem anderen. Die einen sind dicker, die anderen dünner, die für Frauen haben die Designer ganz in Pastellfarben getaucht, die Rennskier für die Profis sind grell und bunt. Auf den ersten Blick hat sich auf den Ständen der Skihersteller seit Jahren nichts geändert. Bekannte Marken wie Atomic oder Völkl präsentieren sich so groß und selbstbewusst wie eh und je. Bei flüchtiger Betrachtung kommt die Sportmesse Ispo daher wie immer.

Wer genauer hinsieht, der entdeckt aber, dass sich der weltgrößte Branchentreff auf dem Münchener Messegelände mächtig gewandelt hat. "Schauen sie hier bei Fischer", sagt Ispo-Chef Tobias Gröber und zeigt auf den Stand des österreichischen Skiproduzenten. "Ganz vorne zeigen die ihre neue Bekleidungskollektion."

Was der Messechef damit sagen will: Von Skiern alleine kann die Branche schon längst nicht mehr leben. Selbst die Skihersteller setzten immer stärker auf Accessoires und Kleidung. Fast 2 000 Firmen zeigen ihre Waren in diesen Tagen in München, so viele wie noch nie. Doch mit Skiern hat der Boom nur wenig zu tun. Es waren traditionsreiche Skihersteller wie Völkl aus Straubing, die die Ispo in den letzten 30 Jahren zum Schaufenster der ganzen Sportindustrie gemacht haben. Doch inzwischen haben ihnen Sportmodeanbieter den Rang abgelaufen. Messechef Gröber: "Wir wachsen mit Schuhen und Kleidung."

Abseits vom Rummel der Messehallen sitzt Andreas Rudolf in einem schmucklosen Besprechungszimmer der Messe München. So nüchtern wie der Raum, so nüchtern gibt sich auch der Chef des Sporthändlerverbunds Sport 2000. "Die Frage ist doch: Wer hält durch?" Dann legt der Manager einen Chart nach dem anderen auf. Geht es um Ski- und Skiausrüstung, zeigen die Pfeile stets nach unten. "Das ist der zweite schwierige Winter", sagt Rudolf, "sie wissen es ja selbst." So einfach ist es: Weil diesen und vergangenen Winter nur noch im Hochgebirge Schnee gefallen ist, kaufen die Menschen in Mitteleuropa immer weniger Skiausrüstung, die Umsätze gehen rasant zurück. Stattdessen geben sie ihr Geld für Outdoor-Ausrüstung aus, für teure Wanderjacken und Funktionsunterwäsche - und für modische Sportausrüstung vieler kleiner, junger und innovativer Marken.

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