Smith & Wesson
Amerikas Waffenschmieden im Goldrausch

Schnell noch ein Sturmgewehr kaufen: Aus Sorge vor neuen Gesetzen stürmen die Amerikaner die Waffenshops. Hersteller wie Smith & Wesson oder Sturm Ruger melden Rekordgewinne. Doch wie lange hält der Boom?
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New YorkFür Wayne LaPierre können die Worte nicht groß genug sein, wenn es darum geht, die Amerikaner vor dem Untergang zu warnen. „Hurrikane. Tornados. Terroristen. Gangs. Einzelne Kriminelle“, zählte der Chef der Waffenorganisation NRA kürzlich in einem Aufsatz auf, „das sind Gefahren, denen wir mit Sicherheit begegnen werden“. Deshalb sei es „keine Paranioa“, eine Waffe zu kaufen, so LaPierre. „Es geht ums Überleben“.

Seit dem Massaker an einer Schule in Newtown Mitte Dezember flutet die Organisation Tag um Tag Medien und soziale Netzwerke mit solchen Botschaften. Die NRA führt einen ihrer größten Kämpfe seit Bestehen – gegen strengere Waffengesetze, die Präsident Barack Obama durchsetzen will. Der Appell der Lobby an die Bürger: Kauft Gewehre und Pistolen, so lange es noch geht.

Für die Waffenschmieden und -händler sind solche Aufrufe bares Geld wert. Seit Obamas Wahl im November 2008, besonders aber seit der Tragödie im Dezember, rennen besorgte Amerikaner den Waffenläden die Türen ein.

Die Folgen dieses Booms sehen etwa beim legendären Hersteller Smith & Wesson dann so aus: Im vergangenen Quartal bis 31. Januar, in das Obamas Wiederwahl und das Attentat fallen, hat sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 14,6 Millionen Dollar mehr als verdreifacht. Das teilte der Hersteller am Dienstag mit.

Auch der Umsatz legte demnach kräftig zu: Er kletterte um 39 Prozent auf 136 Millionen Dollar. Smith & Wesson ist anders als der der privat gehaltene Branchenprimus Freedom Group börsennotiert und muss seine Geschäftszahlen veröffentlichen, anders als die meisten anderen in der verschwiegenen Branche.

Firmenchef James Debney sprach am Dienstag von einer „anhaltend robusten Nachfrage nach Schusswaffen“. Obwohl das Unternehmen aus Massachusetts seine Kapazitäten erhöht habe, sei es nicht möglich gewesen, ausreichend herzustellen, um alle Kunden zu befriedigen. „Das Auftragsbuch hat sich im Quartal verdoppelt“, sagte Debney. Auch für die Zukunft zeigte er sich optimistisch – und hob die Prognose an.

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Die Lebensdauer einer Schusswaffe ist "ziemlich lang"

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  • Die Amerikaner wissen eben, daß sich nur ein bewaffneter Bürger gegen Diktatoren wehren kann, das Department of Homeland Security hat in den vergangenen Monaten ja auch gigantisch aufgerüstet, natürlich nur gegen Terroristen. Wenn ich mir aber die Umsätze der Waffenhersteller so ansehe - z.B. Smith&Wesson 136 Mio$ im Quartal - dann sind das wirklich nur Peanuts im Vergleich zu Firmen, die die Welt wirklich bedrohen, wie z.B. Goldman Sachs oder Monsanto, um nur zwei zu nennen.

  • "The best is yet to come" (O-Ton G.Bush, B.Obama)

    ich liebe diesen Satz *wegduck*

  • Da wird man bald wieder über Massaker in den USA berichten dürfen ...

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