Smith & Wesson
Ungewollte Schützenhilfe für US-Waffenschmiede

Die Schießerei in San Bernardino und der Vorwahlkampf der USA treiben die Kurse der Waffenhersteller in die Höhe. Die gute Nachricht für Smith & Wesson und andere: Der Vorwahlkampf dauert noch eine Weile.

New YorkAm 16. April 2007 erschoss ein offensichtlich psychisch kranker Student am Polytechnischen Institut der State University in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Menschen und verwundete 17. Dieses Massaker ging als „Virginia Tech Shooting" in die Geschichte ein.

Es trug wesentlich dazu bei, dass sich der Börsenkurs von Nordamerikas größtem Hersteller von Handfeuerwaffen Smith & Wesson, der Anfang des Jahres bei gut zehn Dollar gelegen hatte, verdoppelte. Bis Ende des Jahres brach er aber wieder ein – auf etwa ein Viertel. Er sackte zwischenzeitlich sogar auf ein Niveau von zwei Dollar, erholte sich nach und nach und lag 2012 wieder über zehn Dollar.

Am 14. Dezember 2012 erschoss ein ebenfalls gestörter junger Mann 20 Kinder und sechs Erwachsene in einer Grundschule im Bundesstaat Connecticut. Weil beim „Sandy Hook Elementary School Shooting“ viele kleine Kinder ums Leben kamen, war das Entsetzen weltweit besonders groß.

Die Befürworter stärkerer Waffenkontrollen in den USA, allen voran Präsident Barack Obama, nutzten die Stunde, um für ihr Ziel zu werben. Das trug dazu bei, dass der Kurs des traditionsreichen Waffenherstellers bis Mitte 2014 auf rund 16 Dollar anstieg. Danach sackte er aber wieder auf ein Niveau von etwa zehn Dollar ab, um seit Anfang des laufenden Jahres deutlich anzusteigen.

Der jüngste Anschlag im kalifornischen San Bernardino mit 14 Toten und 21 Verletzten, gab diesem Anstieg allenfalls noch den letzten Schub und beförderte den Kurs auf ein neues Level von gut 20 Dollar, knapp über dem alten Rekordwert von 2007.

Das Muster ist eindeutig: Wenn Menschen in den USA bei spektakulären Anschlägen erschossen werden, steigen die Kurse der Waffenhersteller. Manchmal sofort, manchmal mit leichter Verzögerung. Außer Smith & Wesson ist noch Sturm, Ruger & Co an der Börse notiert. Andere Waffenhersteller, wie etwa Colt oder das österreichische Unternehmen Glock, das in den USA einen großen Marktanteil hat, sind dagegen in privatem Besitz.

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