Softdrink-Hersteller
Bionade zofft sich mit Hauptgesellschafter

Laut einem Medienbericht gibt es beim Softdrink-Hersteller Bionade Streit zwischen der Geschäftsführung und dem Mehrheitsgesellschafter, der Egon-Schindel-Gruppe (Rhönsprudel). Demnach bedauert Bionade-Geschäftsführer Peter Kowalsky den Preis für das Getränk auf Druck des Gesellschafters kräftig erhöht zu haben.

HB FRANKFURT/MÜNCHEN. Bionade-Geschäftsführer Peter Kowalsky bedauert, den Preis für die Limonade im Sommer 2008 auf Druck der Schindel-Gruppe um mehr als 30 Prozent erhöht zu haben. Diese wird zugleich von ihren kreditgebenden Banken dazu gedrängt, ihren Anteil an Bionade von 51 Prozent zu verkaufen, um Verbindlichkeiten bedienen zu können, schreibt der „Spiegel“.

Seit 2004 gehören der Schindel-Gruppe die Mehrheit an der Bionade-Gesellschaft. Das war laut „Spiegel“ die Gegenleistung für einen 380 000-Euro-Kredit, den Schindel dem damals klammen Bionade-Mutterbetrieb Peter Bräu im bayerischen Ostheim gewährt hatte. Inzwischen stecke die Schindel-Gruppe selbst in finanziellen Schwierigkeiten. Deshalb sei zunächst die Preiserhöhung bei Bionade durchgesetzt worden. Nach Informationen des Magazins brach danach der Bionade-Umsatz ein. Zuletzt habe Bionade nur noch 160 Mio. Flaschen im Jahr abgesetzt, es seien mal mehr als 200 Mio. gewesen. Einst wollte der Getränke-David sich sogar ernsthaft mit Goliath Coca-Cola anlegen.

„Es tut uns unendlich Leid, dass wir von manchen als raffgierig angesehen werden“, sagte Kowalsky dem „Spiegel“. „Die Preiserhöhung in Deutschland war eine mehrheitlich getroffene Entscheidung mit Rhönsprudel. Wir allein hätten es in mehreren Schritten gemacht, nicht so, dass man dem Verbraucher frontal eine in die Schnauze haut“, wird Kowalsky zitiert. „Wir haben da vielleicht andere Wertvorstellungen.“

Vor allem die HypoVereinsbank dränge Schindel offenbar zum Verkauf seines Bionade-Anteils, schreibt der „Spiegel“. Dabei werde der Kaufpreis auf rund 70 Mio. Euro taxiert, obwohl der Anteil eher auf 20 Mio. Euro geschätzt werde. Über die Banken, die von der erfolgreichen Bionade-Welle profitieren wollten, sagte Kowalsky: „Es ist, als kreisten wir als Biene um unseren Dorfteich und genehmigten uns ab und an ein Schlückchen. Und plötzlich kommen Elefanten, hängen ihren Rüssel rein und fangen an zu saugen.“

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