Softwarefirma
Dokumentenmanagement: Xerox investiert Milliarden

Die Krise ist die beste Zeit für Zukäufe, wenn man denn das Geld dafür hat. Bei Xerox ist das offenbar der Fall. Der weltweit führende Druckerhersteller will mit der Übernahme der Softwarefirma ACS für 6,4 Milliarden Dollar neue Geschäftsfelder erschließen.

pos/HB NEW YORK. Der US-Druckerhersteller Xerox will durch den Kauf des Software-Dienstleisters Affiliated Computer Services seine Geschäftsaktivitäten aufs Datenmanagement und die Technologieauslagerung - Outsourcing - ausweiten. Die Wall Street reagierte verschnupft: Xerox-Papier brachen im Eröffnungsgeschäft kräftig ein.

Xerox wolle ACS für 6,4 Mrd. Dollar übernehmen, teilte die weltweite Nummer eins auf dem Markt für Digitaldrucker am Montag mit. Mit dem Geschäft setzt sich die Konsolidierung im Technologieservice-Sektor fort. Erst vor einer Woche hatte der US-Computergigant Dell angekündigt, den IT-Dienstleister Perot Systems kaufen zu wollen. Hewlett-Packard, weltgrößter PC-Hersteller und Xerox-Konkurrent auf dem Druckermarkt, denkt andererseits darüber nach, Teile seines Outsourcing-Geschäfts wieder zu veräußern. Xerox-Chefin Ursula Burns erklärte, Xerox werde durch den Kauf zu einem globalen Konzern mit einem Umsatzvolumen von 22 Mrd. Dollar. Der Umsatz mit Dienstleistungen werde sich im kommenden Jahr im Vergleich zu 2008 schätzungsweise auf zehn Mrd. Dollar knapp verdreifachen.

Der Druck, der zu dem Kauf führte, kommt aus dem Markt. Kunden sagten ständig, dass sie Hilfe bei der Bearbeitung ihrer Unterlagen benötigten, so Burns, die erst Anfang Juli das Ruder übernommen hat. Xerox fehlt dieses Know-How allerdings noch, um Komplettlösungen für das Dokumentenmanagement anbieten zu können. "Wir verfügen über die Technologie für die technische Abwicklung und die Automatisierung. Wir benötigen noch Unterstützung bei der Informationsbereitstellung", räumte die Xerox-Chefin ein. Sonst drohen Kunden offenbar an Komplettanbieter abzuwandern.

ACS ist ein auf Outsourcing spezialisiertes Software-Unternehmen, das beispielsweise elektronisches Bezahlen und Prozesse zur Vereinfachung von Firmenabrechnungen anbietet. Zu den Kunden gehören unter anderem die angeschlagenen Autobauer Chrysler und General Motors. Vor dem Hintergrund, dass solche Kunden derzeit sehr sparsam mit Investitionen in IT-Infrastruktur sind und der allgemeinen Schwäche im IT-Markt nach dem Platzen der Finanzblase an Wall Street, macht das Bestreben nach einem starken Partner bei ACS Sinn. Die Kundenbasis von Xerox kann helfen, diese Flaute besser zu überstehen. Andererseits tritt Xerox mit der Sparte Outsourcing jetzt auch in verschärfte Konkurrenz zu Giganten wie IBM.

Xerox teilte mit, 4,935 Xerox-Aktien und 18,60 Dollar in bar für jede ACS-Aktie bezahlen zu wollen. Das entspricht einem Aufschlag von 33 Prozent auf den ACS-Schlusskurs von Freitag. Die ACS-Aktien stiegen zu Handelsbeginn in New York um knapp 14 Prozent auf 54 Dollar und gaben einen Teil der Gewinne später wieder ab. Xerox-Papiere fielen indes um knapp sechzehn Prozent auf rund 7,50 Dollar. Nach aktuellen Kursen summierte sich der Kaufpreis aus Bar- und Aktienanteil auf rund 56 Dollar pro Aktie. Im Rahmen der Transaktion würden die Schulden von ACS in Höhe von zwei Milliarden Dollar übernommen, teilte Xerox mit. Durch Synergien sollen in den ersten drei Jahren Kosten von 300 bis 400 Mill. Dollar pro Jahr eingespart werden. Die Transaktion werde im ersten Quartal 2010 abgeschlossen sein, heißt es.

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