Solar-Anlagenbauer

Centrotherm vor Insolvenz

Die Krise in der deutschen Solarindustrie hat nun den Anlagenbauer Centrotherm in die Knie gezwungen. Das Unternehmen hat einen Insolvenzantrag gestellt - will sich zunächst aber unter einem Schutzschirm sanieren.
Update: 11.07.2012 - 10:28 Uhr 2 Kommentare
Dunkle Zeiten für den Solaranlagenhersteller aus Blaubeuren. Quelle: dpa

Dunkle Zeiten für den Solaranlagenhersteller aus Blaubeuren.

(Foto: dpa)

BerlinDie Finanzschwäche und Pleiten seiner Kunden haben nun auch den Solar-Anlagenbauer Centrotherm in die Insolvenz getrieben. Das schwäbische Unternehmen mit seinen inzwischen noch knapp 1400 Mitarbeitern beantragte beim Amtsgericht Ulm die Einleitung eines Schutzschirm- und Eröffnung eines Insolvenz-Verfahrens in Eigenverwaltung, wie die Firma mitteilte.

Die Anleger nahmen am Mittwoch Reißaus vor dem einstigen Börsenliebling: Die seit fünf Jahren notierten Titel brachen um über 80 Prozent auf ein Allzeittief von 42 Cent ein. Vor einem Jahr wurden die TecDax-Papiere noch mit rund 27 Euro gehandelt, zu Spitzenzeiten mit über 60 Euro.

Centrotherm hatte lange vom Modernisierungsdruck und der weltweiten Expansion der Solarbranche profitiert. Das größte Geschäft machte die vor 36 Jahren in Blaubeuren gegründete Firma in Asien. Inzwischen sind viele Solarzell- und -modulbauer aber infolge des Preissturzes in der Bredouille. Rote Zahlen und Pleiten wie etwa bei Q-Cells, Sovello, Solarhybrid und Odersun mit insgesamt Tausenden Mitarbeitern sind beinahe an der Tagesordnung. Auch die chinesischen Weltmarktführer wie Yingli, Trina Solar oder Suntech schreiben Verluste. Entsprechend mager sind die Finanzpolster und Möglichkeiten für Investitionen in Anlagen von Centrotherm.

Das Management will nun mit dem neu in den Vorstand bestellten Experten und Fachanwalt für Insolvenzrecht Tobias Hoefer den eingeschlagenen Sanierungskurs fortsetzen. Angesichts des Einbruchs der Solarindustrie und der daraus resultierenden Auftrags- und Umsatzrückgänge seien weitere Kapazitätsanpassungen und Kostensenkungen erforderlich. „Wir brauchen weitere Strukturanpassungen, um den Bestand unseres Unternehmens für die Zukunft zu sichern“, betonte Restrukturierungsvorstand Jan von Schuckmann.

Drei Monate unter Schutzschirm
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2 Kommentare zu "Solar-Anlagenbauer: Centrotherm will unter Schutzschirm"

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  • Die Solarindustrie soll platt gemacht werden!

    Mit Stammtisch Parolen und Sozialneid Debatten
    werden wir die Energie wende nicht schaffen!

    Sonnenstrom ist per se demokratisch,
    dezentral und benötigt keine fossilen Brennstoff.

    Erzeugen, Speichern, verbrauchen an Ort und Stelle, das ist die Lösung!

    Mit sonnigen Grüßen
    Werner Thoma

  • [...] [+++Beitrag wurde von der Redaktion editiert+++]

    Schluss mit der Subventionsabzocke!

    Schluss mit Geschäftsmodellen, die auf Subventionsabzocke basieren.

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