Solar-Branche
Solon muss Millionen abschreiben

Schlechte Nachricht für Solon: Der Berliner Solarmodulhersteller muss wegen der Insolvenz einer Beteiligung in Frankreich 52 Millionen Euro abschreiben.

HB BERLIN. Es sei in dem seit Anfang April laufenden gerichtlichen Vergleichsverfahren nicht gelungen, eine zukunftsfähige Lösung für das Unternehmen Silicium de Provence (Silpro) zu finden, teilte die TecDax-Gesellschaft am Mittwoch mit. Zuvor hatte das zuständige französische Handelsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet.

Solon besaß über die Beteiligungsgesellschaft SOL Holding Teile von Silpro. Die Abschreibungen sollen in der Bilanz für das zweite Quartal ausgewiesen werden, die das Unternehmen am 18. August vorlegen will. Analysten erwarteten ohnehin eine Fehlbetrag, nun dürften die Zahlen tiefrot sein. Obwohl viele Experten bereits mit der Wertberichtigung gerechnet hatten, verlor die Aktie nach der Mitteilung bis zum Mittag gut 5,5 Prozent auf 10,55 Euro und war damit Schlusslicht im TecDax.

Silpro war 2006 in Saint Auban in der Provence gegründet worden. Es sollte von 2011 an solares Polysilizium herstellen. Die Preise für den Rohstoff von Photovolatik-Anlagen, der lange äußerst knapp war, sind seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise eingebrochen. Marktbeobachter gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung wegen der weltweit wachsenden Produktionskapazitäten langfristig fortsetzen wird.

Die SOL Holding, an der Solon mit 48 Prozent und die niederländische Gesellschaft Ecoventures mit 52 Prozent beteiligt ist, hielt nach früheren Unternehmensangaben rund 70 Prozent an Silpro. Weitere Silpro-Anteilseignerin war mit 30 Prozent die Photon Power Industries (PPI), über die wiederum die Erneuerbare-Energien-Tochter von Electricite de France (EdF), EDF Energies Nouvelles, indirekt 12,8 Prozent an Silpro besaß.

Solon muss nun 39 Millionen Euro für die Investitionen in Silpro abschreiben, hinzu kommen 13 Millionen für einen Gesellschafterkredit. Das Berliner Unternehmen befindet sich selbst derzeit in einer schwierigen Lage. Im ersten Quartal waren die Umsätze um 76 Prozent eingebrochen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 18,5 Millionen Euro. Sorgen bereitet vielen Analysten zudem die geringe Liquidität. Als Folge der Silpro-Pleite soll auch die SOL Holding aufgelöst werden, wie Solon erklärte.

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