Solar-Maschinenbauer
Meyer Burger kauft Roth & Rau

Der sächsische Solar-Maschinenbauer Roth & Rau wird vom Schweizer Unternehmen Meyer Burger übernommen. Ein erster entscheidender Schritt der Übernahme des TecDax-Unternehmens ist bereits vollzogen.
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Berlin

Die Konsolidierung im hart umkämpften Solarmarkt schreitet voran: Der Schweizer Branchen-Zulieferer Meyer Burger will für rund 356 Millionen Euro den sächsischen Solar-Maschinenbauer Roth & Rau übernehmen. Die beiden Firmen hätten bereits einen Vertrag über einen Zusammenschluss unterzeichnet, teilten die Unternehmen am Montag mit. Durch die Transaktion, die im dritten Quartal abgeschlossen werden soll, würde ein Konzern mit 2400 Mitarbeitern und einem Umsatz von über einer Milliarde Euro entstehen.

Meyer Burger bietet den Roth & Rau-Aktionären im Rahmen eines freiwilligen Übernahmeangebots 22 Euro je Aktie. Firmenchef Dietmar Roth und die Gründerfamilien haben ihre Anteile von insgesamt 11,3 Prozent den Angaben zufolge bereits an Meyer Burger verkauft. Die Roth & Rau-Aktie schoss nach der Übernahmeankündigung um rund 13 Prozent auf 22,32 Euro nach oben. Die Papiere von Meyer Burger verloren dagegen 1,5 Prozent auf 40,90 Franken.

Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen macht nach Einschätzung von Experten der LBBW Sinn. Roth & Rau sei anders als Meyer Burger stark im Solarzell-Geschäft vertreten.

Gemeinsam könnten die beiden Firmen die gesamte Wertschöpfungskette der Photovoltaik abdecken - vom Solarsilizium bis zur fertigen Solaranlage.

"Durch die Übernahme verbreitern wir unsere Produktpalette und stärken unser Vertriebsnetz", sagte Meyer-Burger-Chef Peter Pauli im Reuters-Interview. Meyer Burger ergänze damit sein Geschäft, Überschneidungen gebe es kaum. Ein Abbau von Arbeitsplätzen sei daher nicht geplant, betonte Pauli. "Wir sind kein Unternehmen, das Firmen zukauft und sie dann zerhackt."

"Wir sind der Überzeugung, dass Meyer Burger der ideale strategische Partner für eine nachhaltige dynamische Entwicklung unseres Unternehmens ist", erklärte auch Firmenchef Dietmar Roth. Roth & Rau solle innerhalb der Meyer-Burger-Gruppe als eigenes Technologie-Kompetenzzentrum und operative deutsche Gesellschaft am Hauptstandort im sächsischen Hohenstein-Ernstthal erhalten bleiben.

Die beiden Firmen haben bereits in der Vergangenheit bei einzelnen Projekten kooperiert und standen seit Jahren in Kontakt. Um dauerhaft zusammenarbeiten zu können, hätten sie sich nun darauf verständigt, zusammenzugehen, sagte Pauli. "Das Unglück in Fukushima und die jüngsten Schwierigkeiten von Roth & Rau waren nicht der Grund für die Übernahme. Wir sind keine Jäger von Firmen, die in Schwierigkeiten sind."

Roth & Rau war im vergangenen Jahr wegen Abschreibungen im Großprojektgeschäft und dem drohenden Aus eines Partners in den USA in die roten Zahlen gerutscht. 2011 will das Unternehmen aber wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren und über 300 Millionen Euro umsetzen. Meyer Burger will 2011 erstmals die Umsatz-Grenze von einer Milliarde Franken (761,5 Millionen Euro) überspringen. Die gesamte Branche erwartet nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima eine steigende Nachfrage nach Solaranlagen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Solar-Maschinenbauer: Meyer Burger kauft Roth & Rau"

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  • Meyer/Burger heisst heute Wafertec, das Deutsche Unternehmen Roth&Rau hat sich natürlich vom Steuerzahler helfen lassen müssen. Also zahlz zurück die Gelder, schönes leben auf kosten anderer ? 25,8 Millionen Verlust bei Roth&Rau so so wer trägt die ? sicherlich nicht Wafertec. Schatten braucht die Solarindustrie nun nicht aber den gibts auch bei Wafertec zur genüge sicher will herr Pauli niemanden entlassen aber in der Schweiz hat er ich doch von vielen fleissigen MA getrennt.

  • Sachsenring- Börsennotiert Neuer Markt kauft Reihnmetall Essen und nun wieder so eine Erfolgsgeschichte die mit Vorsicht zu geniessen ist, es ist wiedereinmal so ein Sturm im Wasserglas wie komme ich an Subventionen ran ? M/B hat sich doch eigentlich umbenannt so jedenfalls heissen sie nicht mehr, im gegenzug gibt es in Deutschland Unternehmen die sind mehrere 100 jahre alt ohne sich umzubenennen. Es ist immer so viel brumborium und bei genauer betrachtung viel Schatten der ja genau das Gegenteil bewirkt bei Solarenergie.Wenn ich mir dann noch Mitarbeiter reinziehe ob jetzige oder gekündigte ist ein einstieg nicht relevant.

  • Betr: Fa. Roth & Rau.Wenn dieses Unternehmen mit Geld aus der BRD aufgebaut wurde ist es eine Unverschämtheit es ins Ausland zu veräußern bzw. die Grundlage zu eine Übernahme zu schaffen.

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