Solar Millennium: Auf der Suche nach einem Käufer

Solar Millennium
Auf der Suche nach einem Käufer

Die Pleite des Mittelständlers Solar Millennium stellt den Insolvenzverwalter vor gehörige Aufgaben. Auf der Suche nach Verwertbarem muss sich Volker Böhm durch ein kaum durchschaubares Geflecht an Projekten kämpfen.
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DüsseldorfDie Insolvenz von Solar Millennium ist komplizierter als bislang angenommen. "Es gibt ein sehr großes Geflecht an Projekten und Gesellschaften, und das noch weltweit", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Volker Böhm dem Handelsblatt. "Eigentlich ist Solar Millennium ein kleineres, mittelständisches Unternehmen", sagte er. "Aber wir haben hier einen Beratungs- und Prüfungsaufwand wie bei einem Großunternehmen." Kritiker gehen davon aus, dass die Verschachtelung beim Erlanger Projektierer und Finanzierer von Solarkraftwerken System hat.

Solar Millennium hatte kurz vor Weihnachten Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte das Unternehmen durch verschobene Quartalszahlen, Auseinandersetzungen mit dem Aufsichtsrat und seinem Ex-Chef Utz Claassen sowie der Abkehr von seiner Solarthermie-Technologie beim Vorzeigeprojekt in den USA für Schlagzeilen gesorgt.

Böhm steht nun vor einem Wust von 60 Projektgesellschaften und Firmenbeteiligungen, die über den ganzen Globus verteilt sind - von den USA über Israel bis nach Marokko. Der Großteil sind Projekte in einem frühen Entwicklungsstadium, an denen Partner aus der Industrie beteiligt sind. Alle Projekte muss Böhm einzeln prüfen, um dann mögliche Investoren dafür zu finden. Beim Verkauf hilft die Unternehmensberatung Deloitte.

Je erfolgreicher Böhm ist, desto eher können die Gläubiger darauf hoffen, wenigstens einen Teil ihres Geldes wiederzusehen. Denn 16.000 Anleger haben knapp 227 Millionen Euro in fünf Anleihen investiert. Vor allem viele Privatanleger vertrauten dem Versprechen, das "größte Solarkraftwerksprojekt der Welt" in den USA zu bauen. Im Sommer aber gab die Firma das Solarthermie-Projekt auf. Statt dessen versuchten die Erlanger, es an den Projektierer Solarhybrid aus dem Sauerland zu verkaufen - ohne Erfolg. Jetzt hat Böhm den Faden wieder aufgenommen. "Wir verhandeln mit Solarhybrid, um eine wirtschaftlich vertretbare Lösung zu finden."

Aber Böhm hat noch weitere Baustellen. So streitet sich das Unternehmen seit Monaten mit seinem Ex-Vorstandschef Utz Claassen vor Gericht, der im März 2010 nach nur 74 Tagen überraschend abtrat. Das Unternehmen fordert seine millionenschwere Antrittsprämie zurück. Claassen fordert umgekehrt eine Abfindung in Höhe von etwa sieben Millionen Euro. Das Gericht hatte vor Wochen einen Vergleichsvorschlag vorgelegt. "Das werden wir uns in Ruhe ansehen", sagte Böhm. Es wäre in seinem Sinne, "eine gütliche Einigung zu finden".

Besser sieht es für die Anleger aus, die in zwei Fonds investiert haben. Das Andasol-Kraftwerk in Spanien produziert sei kurzem Strom und der Ibersol-Fonds wurde noch vor der Insolvenz geschlossen. Die dort angelegten 6,6 Millionen Euro werden von der Fondsgesellschaft an die Investoren zurückgezahlt.

Wenig Hoffnung besteht für die 14.000 Aktionäre. Sie erhalten erst dann Geld, wenn alle Gläubiger zu 100 Prozent versorgt sind. Und das ist sehr unwahrscheinlich.

Kommentare zu " Solar Millennium: Auf der Suche nach einem Käufer"

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  • Das sehe ich deutlich anders, man kann weiter in Solar investieren, aber die Renditeversprechen sind allesamt Makulatur. Solar Millenium ist ein Fall von Verzettelung der Einlagen. Den Dschungel sollte man durchaus mal nach Scheinfirmen und Bakschisch-Zahlungen untersuchen. Da hat der Insolvenzverwalter wirklich keinen leichten Stand, denke ich.

  • Jeder der in Solar im weitesten sinne auch nur noch einen ct Investiert,
    ist ein potentieller "kunde" für die Insolvenzverwalter dieser Welt!
    Einen Käufer findet man für diesen bereich sicher nicht , außer vielleicht unter den Geldwäschern .

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