Solaranlagenbauer
Sanierer verlässt Conergy wieder

Nach nur vier Monaten hat der als Sanierer geholte Pepyn Dinandt den Solaranlagenhersteller Conergy wieder verlassen. Schon im Februar kursierten aber Berichte, Dinandt stehe wegen seines Führungsstils vor der Ablösung. Ein möglicher Nachfolger soll der frührere Infineon-Finanzvorstand Andreas von Zitzewitz sein.

HB FRANKFURT. Der frühere Unternehmensberater sei ab sofort freigestellt, offiziell werde er auf eigenen Wunsch Ende April ausscheiden, teilte das Hamburger Unternehmen mit. Die wesentlichen Weichen zur Sanierung seien gestellt, erklärte Conergy den Rückzug. Dinandts Aufgaben als Leiter des operativen Geschäfts (COO) werde Vorstandschef Dieter Ammer übernehmen. Dieser soll im Auftrag des Aufsichtsrats - dem er vorher selbst vorstand - bis zu weitere sechs Monate in der operativen Verantwortung bleiben.

McKinsey -Mann Dinandt war vor seinem Engagement in Hamburg Mitglied der Geschäftsführung beim Anlagenbauer SMS. Nach seinem Amtsantritt bei Conergy galt auch eine Beförderung zum Vorstandschef als denkbar, wenn sich Ammer zurückziehen sollte. Schon im Februar kursierten aber Berichte, Dinandt stehe wegen seines Führungsstils vor der Ablösung.

Seit Anfang des Monats arbeitet der frühere Infineon -Finanzvorstand Andreas von Zitzewitz für Conergy, wie ein Sprecher am Sonntag bestätigte. Er leite die Komponenten-Sparte. Von Zitzewitz, der in die Motorsport-Affäre um den ehemaligen Infineon -Vorstandschef Ulrich Schumacher verwickelt und deshalb zurückgetreten war, sei ein möglicher Nachfolger für Dinandt, berichtete das Magazin "Focus" vorab. Conergy bezeichnete dies als Spekulation.

Ammer hatte Mitte November Vorstandschef Hans-Martin Rüter entlassen, der eingeräumt hatte, dass ihm das Geschäft über den Kopf gewachsen war. Unter Rüters Ägide hatte sich Conergy mit dem Wachstum übernommen und war vorübergehend in Finanznöte geraten. Ammer beschloss den Abbau von 550 Stellen und die Konzentration auf das Kerngeschäft Solartechnik. Damit sollen 170 Millionen Euro eingespart werden.

Finanziell hat sich das Unternehmen, das eine Finanzspritze von 240 Millionen Euro von den Banken erhalten hatte, auch durch den Einstieg des früheren GEA-Großaktionärs Otto Happel stabilisiert. Die Hexal -Gründer Thomas und Andreas Strüngmann wollen sich wie Happel auch an einer Kapitalerhöhung beteiligen.

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