Solarboom
Deutsche Solarfirmen wachsen im Ausland

Die deutschen Solarfirmen profitieren von ihrer Expansion ins Ausland. Neben den Vereinigten Staaten gelten Spanien und einige Länder Asiens als Wachstumstreiber. In Deutschland sind die Preise für Solarmodule dagegen unter Druck geraten.

HB BERLIN. Während die Margen auf dem Heimatmarkt geringer ausfallen, verwiesen die Solarunternehmen Solarworld, Q-Cells, Solon sowie Sunways bei der Vorlage ihrer Bilanzzahlen für den bisherigen Jahresverlauf auf die wachsende Bedeutung des Auslandgeschäfts. Allein die Berliner Solon AG musste ihre Prognose wegen Projektverzögerungen in Spanien zurückschrauben.

Statt eines Zuwachses von über 75 Prozent werde nun mit einem Umsatzplus von 50 bis 75 Prozent gerechnet, sagte eine Sprecherin. Wegen politischer Unsicherheiten bei der Einspeisung von Solarstrom in das spanische Stromnetz seien die Banken bei der Finanzierung von Solarprojekten zurückhaltender geworden, sagte die Sprecherin. Die Nachfrage in Spanien sei aber weiter gut. In Deutschland habe sich gegenüber dem Vorjahr eine Abschwächung bemerkbar gemacht. Hintergrund ist ein Preisrückgang bei Solarmodulen. Für das kommende Jahr stellte Solon einen Umsatzzuwachs von 25 Prozent in Aussicht.

In den ersten drei Quartalen erhöhte Solon den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) gegenüber dem Vorjahr von 8,1 auf 15,5 Mill. Euro. Der Umsatz sprang um 81 Prozent auf 218 Mill. Euro und der Überschuss von 4,5 auf 9,5 Mill. Euro. Analysten zeigten sich enttäuscht von der Geschäftsentwicklung. Die Aktie von Solon sackte um über sechs Prozent ab.

Solarworld

Unter Druck geriet auch der Aktienkurs von Solarworld. Das Bonner Unternehmen verbuchte in den Monaten Juli bis September zwar einen Rekordquartalsgewinn von 63,3 Mill. Euro nach 15,1 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum, allerdings hängt der Gewinnsprung mit der Erstkonsolidierung der früheren Shell-Gesellschaften zusammen. Der positive außerordentliche Einmal-Ertrag belief sich auf 53,9 Mill. Euro.

Der Umsatz des TecDax-Schwergewichts wuchs von 110,5 Mill. auf 142 Mill. Euro und der operative Gewinn von 26 Mill. auf 77,4 Mill. Euro. Vorstandschef Frank Asbeck demonstrierte Zuversicht: "Für das Gesamtjahr rechne ich weiter mit einem Ergebniszuwachs von 40 Prozent", sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Förderung

Die deutschen Solarfirmen profitieren in Deutschland von der Förderung, die im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) festgeschrieben ist. Da die Preise für Solarmodule in Deutschland indes unter Druck geraten sind, streben die Unternehmen ins Ausland. Neben den Vereinigten Staaten gelten Spanien und einige Länder Asiens als Wachstumstreiber.

Der Solarzellen-Hersteller Q-Cells aus Sachsen Anhalt hob seine Prognose an: Beim Überschuss wird für das laufende Geschäftsjahr nun mit 85 Mill. Euro gerechnet. Zuvor lag die Erwartung bei 75 Mill. Euro. Beim Ebit rechnet das Unternehmen nun mit 120 Mill. Euro - eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Als Begründung für die Anhebung nannte Q-Cells die Entwicklung im abgelaufenen Quartal. Der Umsatz wuchs in dem Jahresviertel von 80,2 auf 140,8 Mill. Euro und der Überschuss von 10,1 Mill. auf 24,6 Mill. Euro.

Die starke Nachfrage nach Solartechnik half auch der Sunways AG, deren Umsatz in den ersten neun Monaten um fast 90 Prozent auf 113 Mill. Euro stieg.

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