Solarbranche
Bosch sieht die Sonne aufgehen

Die Autokrise hält eine Branche in Atem. Grund genug für Bosch, die Diversifizierung des Konzerns voranzutreiben. Und so wird die Bosch-Tochter Ersol 530 Mio. Euro in ein neues Solarzellen-Werk investieren. 1 100 neue Arbeitsplätze sollen dort entstehen.

HB ARNSTADT/STUTTGART. Der Erfurter Solarzellen-Hersteller Ersol investiert nach der Übernahme durch den Stuttgarter Bosch- Konzern in neue Fabriken. Insgesamt sollen 530 Mio. Euro bis zum Jahr 2012 in ein großes Solarzellen-Werk, eine Modulfertigung sowie Forschung und Entwicklung im thüringischen Arnstadt fließen, teilten die Unternehmen am Montag mit. Mit dem Ausbau der Solar-Kapazitäten seien 1100 neue Arbeitsplätze verbunden. Derzeit beschäftigt die börsennotierte Ersol-Gruppe rund 1200 Mitarbeiter in Erfurt und Arnstadt. Erste Arbeiten für das Ausbau-Projekt sollen noch vor Ende 2008 beginnen. Produktionsstart werde Anfang 2010 sein.

„Die Investition unterstreicht unser strategisches Ziel, unser Engagement rund um die regenerativen Energien in den kommenden Jahren kräftig auszubauen“, erklärte der Vize-Vorsitzende der Bosch- Geschäftsführung, Siegfried Dais, laut Mitteilung. Der weltgrößte Automobilzulieferer stellt bereits unter anderem Antriebstechnik für Windenergieanlagen, Verstellsysteme für solarthermische Kraftwerke oder Elektrowärmepumpen her. Insgesamt erwartet Bosch, ersol eingerechnet, in diesem Jahr einen Umsatz im Bereich regenerative Energien von rund 1,2 Mrd. Euro.

Die Finanzierung des Solar-Großprojekts in Thüringen soll nach Unternehmensangaben über Bosch-Konzerndarlehen und Mittel der ersol Solar Energy AG erfolgen. Das Thüringer Solar-Unternehmen hatte bereits vor der Übernahme durch Bosch, die im Sommer erfolgte, den Kapazitätsausbau in Thüringen geplant. Nun habe der ersol- Aufsichtsrat grünes Licht für die Investitionen gegeben.

Sie sollen von Bund und Land in Höhe von „gut zehn Prozent“ gefördert werden. Die Zustimmung der EU zu der staatlichen Unterstützung steht allerdings noch aus, werde jedoch im Frühjahr 2009 erwartet. Ersol will nach Bosch-Angaben mit dem beschlossenen Programm seine Fertigungskapazität bei kristallinen Zellen auf rund 630 Megawatt nahezu verdreifachen. Nach einem prognostizierten Umsatz von mehr als 300 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr sollen die ersol-Erlöse 2009 auf über 400 Mio. Euro steigen.

Ersol erwirtschaftete bis Ende September einen Rekordgewinn von 27,4 Mio. Euro nach 6,9 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde mit 46,1 Mio. Euro nahezu verdreifacht, der Umsatz verdoppelte sich auf 214,6 Mio. Euro. Der Stuttgarter Bosch-Konzern hält derzeit nach Schätzungen rund 90 Prozent der ersol-Aktien. Wegen des niedrigen Handelsvolumens an der Börse hatte die ersol AG im Herbst ihren Platz im Technologiewerteindex TecDax verloren. Die Solar-Firma war 1997 in Erfurt gegründet worden.

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