Solarbranche
Centrotherm hat volle Auftragsbücher

Der auf Solartechnik spezialisierte Anlagenbauer Centrotherm Photovoltaics trotzt weiter der Wirtschaftskrise. Allerdings ist es wie so oft derzeit in der Solarbranche: Der Blick in die nahe Zukunft macht Sorgen. Daher finden auch Börsianer ein Haar in der Zahlensuppe.

HB BLAUBEUREN. In den ersten drei Monaten des Jahres hat das Unternehmen aus Blaubeuren (Baden-Württemberg) nach Angaben vom Dienstag Aufträge über 390 Mio. Euro erhalten. Das sind rund 110 Mio. Euro mehr als im Vorjahreszeitraum, aber weniger als von vielen Börsianern erwartet: Die Aktie verlor zwischenzeitlich rund ein Prozent.

Vor dem Hintergrund des vollen Auftragsbuchs bekräftigte das Unternehmen sein Ziel, 2009 zweistellig wachsen zu wollen. Der Umsatz soll zwischen 500 und 550 Mio. Euro herauskommen. Auch das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) will die Gesellschaft weiter steigern.

Große Hoffnungen setzt der Centrotherm-Vorstand auf die angekündigten Subventionen für die Solarenergie etwa in den USA, Südkorea, Indien und vor allem China. Dort soll die Einspeisevergütung anders als in Europa nicht über die produzierte, sondern über die installierte Leistung fließen. Dies macht den Kauf neuer, großer Anlagen attraktiver. „Mit unseren schlüsselfertigen Lösungen sind wir mittendrin“, sagte Vorstandschef Robert Hartung der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Das Unternehmen bietet Anlagen für die gesamte Photovoltaik-Wertschöpfungskette vom Solarsilizium über die Solarzelle bis zum Dünnschichtbereich an. Der Auftragsbestand Ende Dezember belief sich auf 990 Mio. Euro, davon sollen 60 Prozent in diesem Jahr abgearbeitet werden. Unternehmenschef Hartung betonte, dass die Aufträge trotz Wirtschaftskrise und Kreditklemme sicher seien. Das Unternehmen dränge stets auf Anzahlungen von zehn bis 30 Prozent. Zudem verlange sein Unternehmen Garantien. Deshalb sei die Zahl der Stornierungen mit bislang weniger als zehn Mio. Euro gering.

Bereits knapp die Hälfte der Aufträge sind Bestellungen von Siliziumanlagen. Erst 2006 hat Centrotherm diesen Geschäftsbereich zusätzlich zum Kerngeschäft Solarzelle aufgebaut. In China wurde Anfang März die erste Anlage in Betrieb genommen, zwei weitere sollen laut Hartung in diesem Jahr noch in Asien folgen.

„Es handelt sich um langfristige Aufträge, das gibt uns eine gewisse Stabilität auch für den Fall, das die Wirtschaftskrise länger dauern sollte“, sagte Hartung. Die Kunden investierten jetzt, um bei Projektlaufzeiten von bis zu 36 Monaten für die Errichtung einer Siliziumfabrik vom langfristig positiven Trend in der Photovoltaik zu profitieren.

Im vergangenen Jahr hatte Centrotherm Umsatz und Ergebnis mehr als verdoppelt. Die Erlöse stiegen um 125 Prozent auf 374,7 Mio. Euro. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 34,6 Mio. Euro, das waren 154 Prozent mehr als 2007. Die operative Marge inklusive der Effekte aus Zukäufen betrug 11,6 Prozent.

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