Solarbranche
Deutscher Weltmarkführer in Bedrängnis

Die Überkapazitäten auf dem Weltmarkt belasten SMA Solar eigentlich schon genug. Jetzt greift auch noch Power One an und baut ein neues Werk in Indien. Das Unternehmen will seinen Anteil auf dem Weltmarkt damit erhöhen.
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MünchenPower One hat große Pläne im Solargeschäft. Der US-Konzern will dem Weltmarktführer für Wechselrichter SMA Solar aus Niestetal bei Kassel Marktanteile abjagen. "Wir wollen deutlich mehr Wechselrichter produzieren und verkaufen als im vergangenen Jahr", sagte Alex Levran, Chef der Sparte erneuerbare Energien, dem Handelsblatt. Er will die Produktion um 38 Prozent steigern. In Ziffern: von 2,9 auf 4,0 Gigawatt Gesamtleistung. Levran will so den Anteil der Nummer zwei auf dem Weltmarkt von "elf bis zwölf Prozent im vergangenen Jahr auf 13 bis 15 Prozent steigern".
Wechselrichter sind das elektronische Herzstück von Solaranlagen. Sie wandeln den Gleichstrom der Photovoltaikmodule in Wechselstrom, wie er aus jeder normalen Steckdose kommt.
Bislang ist SMA Solar mit Abstand Weltmarktführer. Doch der Anteil des deutschen Unternehmens ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Er lag im Jahr 2009 noch bei über 40 Prozent, ist aber auf 29 Prozent gesunken, ohne den chinesischen Markt sind es noch 35 Prozent.

Das liegt zum einen daran, dass der Weltmarkt in den vergangenen Jahren beträchtlich gewachsen ist. Er erreichte im vergangenen Jahr 26 Gigawatt. Außerdem haben die über lange Zeit sehr attraktiven Margen viele Hersteller angelockt. Heute gibt es etwa 400 meist kleine Unternehmen, davon mehr als 200 aus Asien, die Wechselrichter anbieten. "Etwa die Hälfte aller Produktionskapazitäten für Wechselrichter ist derzeit nicht ausgelastet", schätzte Pierre-Pascal Urbon, Vorstandschef und Finanzchef von SMA Solar, im Frühjahr.
Allerdings ist der Abstand zwischen den Herstellern groß. Die drei größten vereinen mehr als 45 Prozent des Markts auf sich. Anders als bei Solarmodulen spielen die internationalen Elektronikkonzerne im Wechselrichter-Markt noch keine große Rolle. Allenfalls Siemens hat es nach Berechnungen der Marktforscher von IMS Research auf den sechsten Platz weltweit geschafft. Es ist weitaus komplexer, eine Wechselrichterfertigung hochzuziehen als ein Werk für Solarmodule. IMS erwartet, dass der Gesamtumsatz der Branche bis 2015 jährlich um durchschnittlich zehn Prozent auf rund zehn Milliarden Dollar wächst.
Die zunehmende Konkurrenz belastet die Margen. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von SMA Solar erreichte einst 27 Prozent des Umsatzes. Im vergangenen Jahr lag er bei 14 Prozent. Im laufenden Jahr erwartet Urbon nur noch "fünf bis zehn Prozent".

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Preisdruck auf Wechselrichterhersteller

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  • Ich kann Lava nur zustimmen, ich bin über das Studium bereits hinaus. Ich habe zwei autonom stromversorgte Wohnmobile vor der Tür stehen. Die versorgen sich nahezu das ganze Jahr selbst mit ganz normalen Autobatterien.
    Wichtig ist es, den Zusammenhang herzustellen, zwischen den angeschlossenen Verbrauchern und der Grösse der Speicher und den Stromerzeugern (meist Solarzellen).

    Problem für den Haushalt momentan sind lediglich noch die Spitzenverbraucher wie Waschmaschine, Geschirrspüler, Kühlschrank, Gefriertruhe, Staubsauger und E-Herd.

    Kochen kann man ohne Probleme mit Gas, wer angeschlossen ist, Kühlschrank kann auch mit Gas betrieben werden, auch, wenn das Gerät in der Anschaffung etwas teurer ist.

    Beim Staubsauger experimentiere ich gerade mit Geräten im 1000W Bereich, bisher mit guten Vorzeichen.

    Kühltruhen und Kühlschränke können durch hinreichende Isolierung zu reinen Tagstromverbrauchern gemacht werden.

    Die Lösungen sind nahe, wenn auch noch nicht ganz billig.
    Am Ende geht es aber, wie oben auch erwähnt, um Freiheit durch Autonomie und darum den grossen Konzernen hier ein Schnäppchen zu schlagen, inclusive teuer bezahltem Apparatschik und Grossverbraucherindustrie, die von uns alimentiert wird.

    M. Rabe, Obercarsdorf

  • Alles richtig, aber bei den Hilfen für die dt. Solarindustrie handelt es sich nicht um staatliche Subventionen, sondern um Zwangsabgaben für die Stromkonsumenten. Das hält die viel zu hohe Steuerquote stabil. Die Energiewirtschaft tut so, als gefalle ihr das nicht und erhöht die Preise. In Wahrheit nutzt sie die Chance, aus dem ehemaligen Massengut Kilowattstunde ein Luxusprodukt zu machen. Es war in diesem Land schon immer so, dass leitende Persönlichkeiten der Politik auch für die Energiewirtschaft gearbeitet haben. Schröder, Clement, Müller, Fischer etc. Mit dem Finger auf andere Länder zu zeigen und von Korruption zu reden zeugt nicht von Verstand.

  • Elektromassenartikel wie CD Spieler, Computer werden üblicherweise in Asien gefertigt. Europäische Hersteller wurden nach und nach an die Wand gedrückt. Offensichtlich ist man in Deutschland dank der industriellen Tradition in anderen Feldern wie dem Maschinenbau überlegen. Im Sinne einer internationalen Arbeitsteilung fertigen die Asiaten die Elektronik.

    Wechselrichter für die ökreligiösen Monumente der Deutschen (50% Weltmarktanteil bei installierten Solaranlagen) bieten sich deshalb für eine Fertigung in Asien an.

    Wenn man in Deutschland auch noch in 3-5 Jahren die Mittel hat Solarzellen zu subventioneren, so werden die Komponenten vorraussichtlich nahezu komplett aus Asien kommen.

    Vandale

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