Solarbranche
LG Electronics springt bei Conergy ab

Der angeschlagene Solarkonzern Conergy muss sich einen neuen Interessenten für seine Produktion in Frankfurt an der Oder suchen. Der koreanische Konzern LG Electronics hat seinen Einstieg auf Eis gelegt.

HB HAMBURG. Die angeschlagene Solarfirma Conergy hat bei ihren Sanierungsbemühungen einen herben Rückschlag erlitten. Die koreanische LG Electronics legte den geplanten Einstieg bei der Conergy-Solarfabrik in Frankfurt/Oder auf Eis gelegt, wie das Hamburger Unternehmen mitteilte. LG habe wegen der weltweiten Finanzkrise und einer veränderten strategischen Ausrichtung die Verhandlungen über die Anteilsübernahme beendet. Die Conergy-Aktie brach um 17 Prozent auf 5,40 Euro ein.

Die beiden Unternehmen hatten im September in einer Absichtserklärung vereinbart, dass LG 75 Prozent an der Modul- und Zellproduktion erwirbt. Das Joint Venture sollte bis zum Jahresende stehen. Der Kaufpreis für den Anteil war noch nicht verhandelt, in koreanischen Medien wurde indes ein Betrag von etwa 130 Mio. Euro genannt. Den wollte Conergy nicht bestätigen. Die Hamburger hatten seinerzeit 250 Mio. Euro für den Aufbau der Produktionsstätte investiert.

Die Fertigung mit rund 400 Mitarbeitern wird derzeit hochgefahren. Da sich der Konzern aber nicht rechtzeitig mit dem knappen Rohstoff Silizium eingedeckt hat, kann die Produktion erst 2009 unter voller Auslastung arbeiten. Firmenchef Dieter Ammer war im Zuge der Sanierung seit geraumer Zeit auf der Suche nach einem Partner oder Käufer für die Fabrik gewesen. Der ehemalige Konzernlenker und Firmengründer Hans-Martin Rüther hatte sich bei dem Versuch, Conergy zu einem Öko-Mischkonzern auszubauen, verhoben.

Die Firma konnte im vergangenen Jahr nur durch einen Überbrückungskredit vor der Pleite gerettet werden. Nun will Ammer, der zuvor das Kontrollgremium der Hamburger Firma geleitet hatte, den Konzern gesundschrumpfen und sich auf die Photovoltaik konzentrieren.

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