Solarbranche
MEMC lässt Conergy abblitzen

Conergy-Chef Dieter Ammer beißt bei seinem US-Partner auf Granit: Der Waferproduzent MEMC lehnt eine Auflösung eines Milliardenvertrags ab. Für die Sanierung der Solarfirma ist dies ein herber Rückschlag.

FRANKFURT. Die Hamburger hatten mit MEMC im Herbst 2007 einen Vertrag zur Lieferung von Wafern geschlossen, die in dem neuen Werk in Frankfurt (Oder) zu Solarmodulen verarbeitet werden sollten. Was für den damaligen Vorstandschef Hans-Martin Rüter ein „Quantensprung“ darstellte, ist heute ein Mühlstein für Conergy.

Denn der bis 2018 geschlossene Vertrag mit einem ursprünglichen Volumen von sieben bis acht Mrd. Dollar hat aus Sicht von Conergy schlechte Bedingungen. Mit dem Abflauen des Solarbooms und dem Zubau neuer Kapazitäten sind die Preise für Wafer massiv gefallen. Das Werk in Frankfurt schreibt massive Verluste, wie es im Konzernumfeld heißt.

Der seit knapp anderthalb Jahren amtierende neue Rüter-Nachfolger Dieter Ammer will daher die Konditionen drücken. Schon einmal - im Juli vergangenen Jahres - hatte er Erfolg. MEMC stimmte einer Reduzierung des Auftragsvolumens auf vier Mrd. Dollar zu.

Jetzt will der frühere Tchibo-Chef den Vertrag ganz auflösen oder zumindest einen Preisabschlag herausschinden. Wie das erste Quartal zeigt, kann Ammer jeden Euro brauchen. Der Umsatz brach um 70 Prozent auf 65 Mio. Euro ein.

Parallel zu den Gesprächen mit der MEMC-Führung droht der Conergy-Chef mit der Keule. Er habe „starke Zweifel“ an der rechtlichen Vertragsstruktur, erklärt er, ohne Details zu nennen.



Die Amerikaner lassen sich von den Drohgebärden nicht beeindrucken. Zwar nahm mach Gespräche auf, bricht diese nun aber ab „Das Unternehmen habe Conergy darauf hingewiesen, dass der Vertrag im vollen Umfang aufrecht erhalten bleibt“, sagte MEMC-Chef Ahmad Chatila bei der Bilanzvorlage in der Nacht zum Freitag.

Er hat das Geld aus Deutschland bitter nötig: Im ersten Quartal halbierte sich der Umsatz auf 214 Mio. Dollar und mit einem Gewinn von einem US-Cent pro Aktie schrammte die Gesellschaft knapp an er Verlustzone vorbei. Conergy äußerte sich zunächst nicht zu der Absage aus den USA.

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