Solarbranche
Solarbranche dringt auf Schutz vor Billigkonkurrenz

Die deutschen Solar-Hersteller müssen sich gegen immer stärker werdende chinesische Konkurrenz auf dem Heimatmarkt erwehren. Nun fordert der Branchenverband Eurosolar neue Qualität- und Umweltstandards bei den Förderkonditionen. Im Gegenzug könnten die Subventionen sinken.

HAMBURG. Die deutsche Solarindustrie macht sich für eine Änderung des Förderprogramms EEG stark. Aus Sicht der Firmen sollten Subventionen für die Anschaffung von Solarmodulen gesenkt werden, da deren Preis ohnehin stark gesunken ist. Zugleich schlägt die Industrie vor, in dem Programm neue Qualitäts- und Umweltkriterien festzuschreiben. Damit will sie unter anderem chinesischen Solarkonzernen den Zugang zum deutschen Markt erschweren. "Wer für verseuchte Flüsse sorgt, sollte nicht von deutschen Förderprogrammen profitieren", sagte der SPD-Politiker und Energieexperte Hermann Scheer am Rande der Photovoltaikmesse PVSEC in Hamburg. Scheer ist Präsident des Branchenverbandes Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (Eurosolar).

Scheer drängt auf die Verknüpfung von Umweltstandards an die Förderung durch das Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG). Darin sind die Subventionen für die Stromgewinnung aus Wind und Sonne festgelegt. "Auch sollte für Module eine Garantiezeit von 20 Jahren gewährt werden", sagte der Verbandsrepräsentant. Vertreter von Solarworld und Conergy stellten sich hinter die Forderung von Scheer. "In der Förderung sollten auch Qualitätskriterien festgeschrieben sein", sagte Tim Meyer, bei Conergy für die Technik verantwortlich.

Der Eurosolar-Präsident betonte zwar, dass mit den Förderstandards nicht einzelne Länder benachteiligt werden sollen. In Endeffekt zielt der Vorschlag aber darauf, den Druck durch kostengünstige Anbieter aus China zu mindern. Nach Angaben von Branchenexperten hinken die meisten chinesischen Firmen bei Umwelt- und Sozialstandards hinter der deutschen Konkurrenz her. Sie müssten ihre Produktion nachrüsten, um mögliche neue Standards auf dem deutschen Markt zu erfüllen. Deutschland ist derzeit der weltweit wichtigste Solarmarkt, auf dem die chinesischen Solar-Schwergewichte Yingli und Suntech einen jährlichen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe erzielen.

Betroffen sein könnte von einer Neuregelung aber auch der US-amerikanische Anbieter First Solar, in dessen Dünnschichtmodulen Cadmium verarbeitet ist. Der Konzern kann seine Module derzeit deutlich billiger anbieten als die Hersteller von kristallinen Anlagen und ist damit einigen Solarmanagern wie Solarworld-Chef Frank Asbeck ein Dorn im Auge.

Im Gegenzug für die Einführung neuer Umwelt- und Qualitätskriterien bietet die Branche eine schnellere Absenkung der Solarsubventionen an. Bislang ist im EEG eine jährliche Absenkung von bis zu zehn Prozent vorgesehen. "Eine einmalige zusätzliche Degression von bis zu 15 Prozent halte ich für sinnvoll", sagte Solarworld-Chef Frank Asbeck.

Seite 1:

Solarbranche dringt auf Schutz vor Billigkonkurrenz

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%