Solarbranche
Solarwatt erwägt Gang zum Insolvenzgericht

Die schlechten Nachrichten aus der Solarbranche nehmen kein Ende. Da nicht alle Aktionäre dem Finanzierungskonzept zustimmten, erwägt die Dresdener Solarwatt AG den Gang zum Insolvenzgericht.
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Dresden/Frankfurt(Oder)Die schlechten Nachrichten aus der deutschen Solarbranche reißen nicht ab. Die Dresdner Solarwatt AG mit rund 440 Beschäftigten erwägt den Gang zum Insolvenzgericht, weil nicht alle Aktionäre dem vorgesehenen Finanzierungskonzept zustimmten, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Einen kleinen Lichtblick gibt es dagegen für die beiden Werke von First Solar in Frankfurt (Oder). Sie sollen jetzt erst zum Jahresende schließen. Ursprünglich sollten die Produktionsstätten im Oktober zugemacht werden.

Ein Solarwatt-Sprecher betonte, das Unternehmen sei aus heutiger Sicht unvermindert zahlungsfähig. Ohne ein Finanzierungskonzept müsse aber von einer Überschuldung ausgegangen werden. Um sie noch kurzfristig abzuwenden, liefen derzeit Gespräche mit „wesentlichen Fremd- und Eigenkapitalgebern“. Erst wenn diese ergebnislos blieben, will der Vorstand beim Insolvenzgericht einen Antrag einreichen. Im vergangenen Jahr wurde die Firma, die unter anderem kristalline Module fertigt, von der Krise der deutschen Solarbranche erfasst und rutschte in die roten Zahlen.

First Solar verschiebt die geplanten Werksschließungen in Frankfurt (Oder) wegen neuer Aufträge, „mit denen wir nicht gerechnet hatten“, sagte Unternehmenssprecher Brandon Mitchener am Dienstag in Brüssel und bestätigte damit einen Bericht des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). An den endgültigen Plänen des US-Konzerns ändere sich aber nichts. Bis Oktober sollen die 1200 Mitarbeiter wieder in Vollzeit arbeiten, dann würden die Werke schrittweise heruntergefahren.

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