Solarbranche
Solarworld setzt voll auf amerikanische Karte

Der Solarkonzern Solarworld hat im vergangenen Jahr mehr verdient und will künftig vor allem in den USA wachsen. Durch den Atom-Unfall in Japan erwartet der Konzern Rückenwind für die Solarenergie.
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BonnDer Solarkonzern Solarworld erwartet nach der Atomkatastrophe in Japan Rückenwind für die Solarenergie. „Umdenken und ein konsequentes Handeln muss und wird jetzt beginnen, weltweit“, sagte Firmenchef Frank Asbeck am Donnerstag bei der Bilanzvorlage in
Bonn. Es müsse nun alles dafür getan werden, schrittweise die Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien zu erreichen.

Nach dem Unglück in Japan haben sich verschiedene Länder wie China und Italien eine Pause bei ihren Atomenergieplänen verschrieben. Deutschland nimmt seine ältesten Atomkraftwerke zunächst für drei Monate vom Netz und will die Sicherheit sämtlicher Reaktoren im Land überprüfen.

Solarworld will durch den Ausbau seiner Auslandsaktivitäten weiter wachsen. Firmenchef Asbeck kündigte an, die Absatzmengen im laufenden Jahr um mehr als 30 Prozent zu steigern. Für die USA rechne er sogar mit einer Verdoppelung, da der Konzern vor
Ort mit eigener Produktion und etabliertem Vertriebsnetz vertreten sei.

Innerhalb der kommenden zwei Jahre will Asbeck den Auslandsanteil des Absatzes auf 75 (Vorjahr: 59) Prozent steigern. Größter Markt werde dann die USA sein, wo 2010 mit einem Umsatz von knapp 155 Millionen Euro knapp zwölf Prozent
des Konzernumsatzes erlöst wurden.

2011 peilt Solarworld das Überschreiten des vorjährigen Umsatzniveaus von 1,3 (1,012) Milliarden Euro an, wovon 2010 rund 47 Prozent im Ausland erlöst worden waren. Asbeck kündigte auch für 2012 Zuwächse bei Umsatz und Gewinn an. „Die Prognose
machen wir vorbehaltlich der Entwicklung der internationalen Rahmenbedingungen, die momentan niemand im Detail vorhersagen kann“.

Solarworld hatte 2010 operativ (Ebit) 193 (153) Millionen Euro verdient, netto 89 (59) Millionen. Die Aktionäre sollen an den Zuwächsen mit einer um drei Cent auf 19 Cent angehobenen Dividende beteiligt werden.

An der Börse gab die Aktie anfängliche Gewinne ab und notierte beinahe unverändert bei 10,30 Euro. Seit dem Reaktor-Unglück in Japan hat das Papier allerdings 30 Prozent an Wert zugelegt. Experten von Jefferies Research werten die Aussichten für Soalrworld positiv. Die Firma werde von der Förderung von Dachanlagen in Ländern wie Frankreich und Italien profitieren und auch in de USA punkten können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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