Solarbranche
Solarworlds Gewinn verabschiedet sich

Der Solarkonzern Solarworld spürt die Krise. Folge: Der Gewinn kommt ins Rutschen. Da konnte auch ein gesteigerter Absatz nichts helfen. Der Preisdruck in der Branche ist enorm.

HB DÜSSELDORF. Das Photovoltaik-Unternehmen SolarWorld bleibt vom allgemeinen Nachfrageeinbruch in der Branche verschont. Der Absatz legte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 26 Prozent auf 239 Megawatt zu, wie die TecDAX-Gesellschaft am Montag in Bonn mitteilte. Allerdings bekamen auch die erfolgsverwöhnten Rheinländer den massiven Preisverfall zu spüren. Umsatz und Gewinn lagen im zweiten Quartal unter den Vorjahreswerten. Dennoch reagierten Anleger zufrieden. SolarWorld-Aktien legten in der ersten Handelsstunde um fast 7,5 Prozent zu. Händler nannten die Zahlen besser als erwartet.

Die Erlöse sanken den Angaben zufolge im zweiten Jahresviertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 13 Prozent auf 225 Millionen Euro. Der operative Gewinn (EBIT) ging um mehr als 40 Prozent auf 44,1 Millionen Euro zurück, der Überschuss um rund 47 Prozent auf 27,9 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal legte das Unternehmen allerdings bei allen Werten zu und bestätigte sein Ziel, die Milliarden-Marke beim Umsatz in diesem Jahr erstmals zu knacken. Einen Gewinnausblick wollte SolarWorld erneut nicht gegeben.

„Wir haben keine Absatzkrise“, sagte Vorstandschef Frank Asbeck der der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. So sei es gelungen, trotz des Preisverfalls nach SolarWorld-Einschätzung branchenweit 25 Prozent den Umsatz vergleichsweise stabil zu halten. In den ersten sechs Monaten gingen die Erlöse um knapp sechs Prozent auf 402 Millionen Euro zurück. Die EBIT-Marge lag in den ersten sechs Monaten bei 21 Prozent, sieben Prozentpunkte weniger als im Vorjahreszeitraum.

Das deutsche Solar-Vorzeigeunternehmen kündigte an, die Kapazitäten wie geplant zu erweitern. Sämtliche Werke in Deutschland, den USA und Südkorea arbeiteten unter Vollauslastung an ihrer Kapazitätsgrenze. Davon können andere Unternehmen derzeit nur träumen. Viele mussten im ersten Quartal einen Umsatzeinbruch von mehr als 70 Prozent verkraften. Auch die Erwartungen an die Berichtssaison für das zweiten Jahresviertel sind gering. In den vergangenen Wochen mussten Unternehmen wie Phoenix Solar, ersol und Q-Cells bereits ihre Prognosen senken oder ganz aufheben.

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