Solarbranche
Solon bekommt Riesenauftrag in USA

Während andere Solarunternehmen wie Ersol mit großen Problemen zu kämpfen haben, heimst sich Solon einen ganz dicken Auftrag ein: Der Berliner Solarmodulhersteller hat den prestigeträchtigen Zuschlag für ein Pilotprojekt des Versorgers PG&E in Kalifornien erhalten und Hoffnungen auf eine goldene Zukunft in den USA geweckt.

HB BERLIN/SAN FRANCISCO. Der US-Konzern bestellte eine zwei Megawatt-Anlage beim TecDax-Unternehmen. "Wir haben uns gegen rund 150 weitere Kandidaten durchgesetzt", sagte eine Solon-Sprecherin. Zum Volumen des Auftrags äußerte sie sich nicht.

Das Unternehmen rechnet sich nach eigene Angaben nun große Chancen aus, vom geplanten Ausbau der Solarenergie in den USA zu profitieren. Der Vertrag könnte bereits der Einstieg in ein Großprojekt sein, denn allein PG&E will in den kommenden Jahren Solarkraftwerke mit eine Kapazität von 250 Megawatt in Kalifornien installieren. Dafür ist der Vertrag mit Solon der erste Schritt. Weitere 250 Megawatt sollen zusätzlich von unabhängigen Entwicklern in Kooperation mit PG&E installiert werden. Insgesamt sollen so 150 000 Menschen mit Strom aus der Sonne versorgt werden. Die Kosten für das ganze Projekt belaufen sich auf 1,4 Mrd. Dollar. Es ist damit eine der größten Solarinitiativen in den USA.

An der Börse wurde die Nachricht euphorisch aufgenommen. Bis zum Mittag schnellte der Aktienkurs um fast 15 Prozent nach oben und setzte sich damit an die Spitze des TecDax. Der "kleine Deal" könnte große strategische Bedeutung für Solon haben, urteilte WestLB-Analystin Katharina Cholewa. Die Nachricht sei für das Unternehmen "sehr ermutigend". Dies gelte insbesondere angesichts der Spekulationen, Solon könne wegen seiner angespannten Finanzlage keine Aufträge mehr generieren.

WestLB-Analystin Cholewa betonte allerdings, dass Solons finanzielle Situation schwierig bleibe. Der Auftrag werde nur helfen, wenn das Unternehmen in der Lage sei, den Bargeldbestand zu erhöhen. Die Analystin empfahl daher, Solon weiterhin zu verkaufen. Ende 2008 verfügte Solon nur noch über liquide Mittel von 4,4 Mio. Euro, im März waren es 8,5 Mio. Euro.

Im ersten Quartal verbuchte Solon wegen der aktuellen Krise in der Solarbranche einen Verlust von 20,7 Mio. Euro. Wegen des dramatischen Nachfrageeinbruchs stand die Produktion praktisch still. Erschwerend kommt für die Berliner hinzu, dass sie zu Jahresbeginn noch auf offenen Rechnungen von 100 Mio. Euro aus Spanien saßen, die erst langsam bezahlt werden. Ende April beantragte eine indirekte Beteiligung in Frankreich Gläubigerschutz. Solon rechnet mit bis 40 Mio. Euro Abschreibungsbedarf. Nach Angaben des Vorstands vom Mai ist die Finanzierung von Solon kurzfristig aber gesichert, zudem gebe es aussichtsreiche Verhandlungen über mittelfristige Kredite mit den Hausbanken. Im zweiten Halbjahr hofft das Unternehmen auf eine deutliche Belebung der Nachfrage.

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