Solarbranche
Solon und Q-Cells bauen wieder Solarparks

Solarparks sind wieder leichter zu finanzieren. Zuvor hatten Banken mit der Finanzierung von Großprodukten gezögert. Das Berliner Solarunternehmen Solon will eine Photovoltaik-Anlage im italienischen Padua bauen. Q-Cells, ein Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen dagegen will einen Solarpark bei Regensburg errichten.

DÜSSELDORF. Zahlreiche Unternehmen kündigen derzeit an, neue Solarparks einzurichten. Am Wochenende meldeten die Solarunternehmen Solon und Q-Cells Aufträge für neue Solarparks. Lange Zeit hatten Banken bei der Finanzierung dieser Großprojekte gezögert. "Letzte Kommentare deuten darauf hin, dass die Finanzierung leichter geworden ist", sagte Katharina Cholewa, Solar-Analystin der WestLB. "Wir gehen aber weiter davon aus, dass das Volumen unter dem Stand des Vorjahres bleiben wird."

Das Berliner Solarunternehmen Solon will im italienischen Padua eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 15 Megawatt bauen. Dafür stellt ein Logistik-Unternehmen eine Dachfläche von 250 000 Quadratmetern zur Verfügung, auf der 67 000 Solarmodule installiert werden. Damit könne die Anlage 5 000 Haushalte mit Strom versorgen, teilte Solon mit.

Allerdings nannte das Unternehmen weder das Auftragvolumen noch den Abnehmer. Analysten schätzen, dass der Auftrag rund 50 Mio. Euro Wert ist. Bereits Anfang Juli hatte Solon mit dem norwegischen Energieversorger Statkraft einen Rahmenvertrag zum Bau von Photovoltaikkraftwerken im Gesamtumfang von 40 Megawatt in Spanien abgeschlossen.

Die Nachricht verhalf der Solon-Aktie am Freitag zu einem Kurssprung von mehr als fünf Prozent. Der Hersteller von Solarmodulen und Anbieter von Solarkraftwerken hatte für das erste Quartal 2009 einen Verlust verbucht und erwartet auch für das zweite Quartal einen Fehlbetrag. Das begründet das Unternehmen vor allem mit der angespannten Lage bei der Projektfinanzierung und dem wesentlich geringeren Auftragsvolumen in Spanien. Die WestLB hat Solon deshalb als Verkaufsempfehlung eingestuft.

Auch der Solarzellen-Hersteller Q-Cells meldet einen neuen Auftrag für einen Solarpark. Das Unternehmen aus Bitterfeld-Wolfen wird in Strasskirchen bei Regensburg einen Solarpark mit einem Volumen von 50 Megawatt errichten. Dazu hat Q-Cells mit dem amerikanischen Hersteller von Siliziumscheiben MEMC ein Joint Venture gegründet, in das beide Partner jeweils bis zu 70 Mio. Euro investieren. Die Anlage soll Ende des Jahres fertig gestellt werden und könnte nach Angaben von Q-Cells 15 000 Haushalte mit Strom versorgen.

Einen Käufer für den Solarpark kann Q-Cells noch nicht nennen, hier liefen Gespräche, sagte ein Unternehmenssprecher. 50 Prozent der Fremdfinanzierung seien über eine Bank gesichert. Anfang des Monats hatte Q-Cells Richtfest für einen Solarpark mit einem Volumen von 40 Megawatt in Brandenburg gefeiert. Hier hatte das Unternehmen ein Joint Venture mit dem Silizium-Lieferanten LDK gegründet.

Q-Cells ist besonders von der schwächeren Nachfrage auf dem Solarmarkt und den stark gesunkenen Preisen betroffen, hatte mehrmals die Prognosen gesenkt und war im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. 2007 war der weltgrößte Hersteller von Solarzellen in den Bau von Solaranlagen eingestiegen. Analysten sehen darin einen Weg, die übervollen Lager zu räumen.

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